Tierhaltung
Tödliche Tigerattacke entfacht Debatte

Ein Tiger tötet im Zoo von Münster einen Pfleger mit einem Biss in den Nacken. Der Vorfall erinnert an eine Tiger-Attacke im Kölner Zoo. Schon damals war eine Debatte über die Haltung von Großkatzen im Zoo entbrannt.
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MünsterDie tödliche Tigerattacke im Zoo von Münster hat eine neue Debatte über die Haltung von Raubtieren entfacht. Der Dompteur Christian Walliser, der vor Jahren einen Tigerangriff überlebt hatte, verteidigte am Freitag die Arbeit der Tierparks. Einige Tigerarten lebten nur noch Zoos und nicht mehr in freier Wildbahn, die Zoos trügen so auch zur Arterhaltung bei, sagte Walliser im Radiosender WDR 2. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hatte nach dem Unglück von Münster kritisiert, Tiger seien „höchst anspruchsvoll in der Haltung und potenziell extrem gefährlich“.

Den Tiger, der am Donnerstag im Allwetterzoo Münster einen Pfleger mit einem Biss in den Nacken getötet hatte, treffe keine Schuld. „Ein gewisses Risiko bleibt immer, weil man darf nie vergessen: Es ist ein Wildtier, es ist ein Raubtier, und die haben natürliche Instinkte und Reflexe, die man auch nicht abtrainieren kann“, sagte Walliser. Der Tiger sei es nicht gewohnt gewesen, dass ein Mensch in seinem Gehege war. „Das war das Revier des Tigers.“

Der Pfleger hatte nach bisherigen Erkenntnissen beim Füttern vergessen, eine Luke des Käfigs zu schließen. Der Amurtiger Rasputin konnte durch die offene Luke zurück ins Gehege gelangen. Das Unglück von Münster ähnelt einem tödlichen Zwischenfall im Kölner Zoo. Dort war im August vergangenen Jahres eine Tierpflegerin von einem Sibirischen Tiger angefallen und getötet worden. Schon damals hatte es eine Debatte über die Haltung von Großkatzen im Zoo gegeben.

Walliser war am 8. Dezember 2009 vor den Augen seiner Zuschauer bei einer Dinner-Show in Hamburg gestolpert und von drei Tigern angefallen worden. Er kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik, wurde in ein künstliches Koma versetzt und notoperiert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Tierhaltung: Tödliche Tigerattacke entfacht Debatte"

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  • Ich hasse es auch, wenn ich morgens aufwache und Mike Tysons Tiger ist in meinem Badezimmer!

  • Zoos sind oft die letzten Schutzräume für Großkatzen. Wenn wir diese Tierarten erhalten wollen, dann MÜSSEN sie in Zoos gehalten werden. Es gibt sicher organisatorische/technische Maßnahmen, die solche Unglücke vermeiden.

  • Es ist interessant, wie wir Menschen auf verschiedene Todesgefahren reagieren. Wenn ein Tiger oder ein Hai einen Menschen tötet, sind wir emotional ganz anders berührt als wenn ein Mensch im Straßenverkehr getötet wird. Das ist nicht rational. Auch ich habe sofort den Tiger-Artikel gelesen. Es ist ja auch gut, wenn wir nicht immer rational sind. Wir sollten uns allerdings darüber bewusst sein! Wenn wieder jemand über gefährliche Lebensmittel oder so etwas redet, sollten wir uns z.B. auch quantitativ informieren, ob die Gefahr wirklich so groß ist, oder ob es hier mehr um eine attraktive (weil angstmachende) Story geht.

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