„Tilo“
Helgoland meldet Millionenschäden durch Sturmtief

Die einzige deutsche Hochseeinsel Helgoland ist vom Sturmtief "Tilo" so hart getroffen werden wie durch eine Sturmflut seit 30 Jahren nicht mehr. Die übrigen Nordseeinseln schrammten haarscharf an größeren Schäden vorbei - am Nachmittag dürften sich elbnahe Gebiete Hamburgs nasse Füße holen.

HB HAMBURG. "So wie es aussieht, sind am Nordstrand der Düne hunderttausende Kubikmeter Sand vom Wasser weggerissen worden", sagte Bürgermeister Frank Botter am Freitag. Helgoland war gegen 11.30 Uhr vom Hochwasser getroffen worden. Eine Baustelle auf der Badedüne war bereits am Vorabend geräumt worden.

In Deutschland erreichte die Flut am Freitag zuerst die ostfriesische Insel Borkum. "30 Zentimeter mehr, und wir hätten den Hafen evakuieren müssen", sagte ein Sprecher. Nach Behördenangaben wurden am Mittag in Niedersachsen auf den Inseln 2,5 Meter und in Emden 3,29 Meter über dem mittleren Hochwasser gemessen.

In Nordfriesland fuhr keine Fähre zwischen Sylt und Dänemark. Auch die Schiffsverbindungen vom Festland zu den Halligen Hooge und Langeneß waren unterbrochen, weil der Wasserstand an den Molen zu hoch zum An- und Ablegen war. Auf den Halligen könnten die Orkanböen am Freitagabend bis zu 140 Stundenkilometer erreichen, warnte der Wetterdienst Meteomedia. Die Meteorologen riefen am Freitagmorgen für die nordfriesische Küste die höchste Warnstufe "violett" aus.

Im Hamburger Hafen wurde am Freitagnachmittag eine schwere Sturmflut mit Wasserständen bis zu 3,50 Meter über dem mittleren Hochwasser erwartet. Am Nachmittag begannen die Mitarbeiter der Büros in Elbnähe, Computer und Unterlagen in den 1. Stock der Gebäude zu räumen. "Hier steht das Wasser schon fast in der Kantine", sagte Designerin Claudia Stein. "Wir kommen jetzt auch nicht mehr trocken hier raus."

Nach knapp fünf Stunden wurden gegen 13.30 Uhr das Emssperrwerk und weitere Sperrwerke an der Nordseeküste wieder geöffnet. "Der Höhepunkt der Sturmflut ist vorbei", sagte ein Sprecher der niedersächsischen Küstenschutzbehörde. In Bremerhaven hatte das Schulamt aus Sicherheitsgründen angeordnet, den Unterricht für die Klassen eins bis zehn nach der dritten Stunde zu beenden. Zuletzt soll die Sturmflut Hamburg gegen 16.00 Uhr erreichen. Hier wird ein Wasserstand von bis zu 3,50 Meter über dem normalen Hochwasser erwartet.

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