Tödliche Attacke an Autobahn
Mutmaßlicher Holzklotz-Täter gesteht

Nach der tödlichen Holzklotz-Attacke von einer Autobahnbrücke bei Oldenburg vor gut zwei Monaten hat die Polizei am Mittwoch einen Tatverdächtigen festgenommen. Der 30-jährige Mann habe bereits ein Geständnis abgelegt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Nun wird er wegen Mord und vorsätzlichem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr angeklagt.

HB HAMBURG/OLDENBURG. Die tödliche Holzklotz-Attacke hat vor gut zwei Monaten bundesweit Entsetzen ausgelöst. Am Ostersonntag war die 33-jährige Olga K. vor den Augen ihres Mannes und ihrer beiden Kinder auf dem Beifahrersitz von einem rund sechs Kilogramm schweren Pappelstück erschlagen worden. Rund acht Wochen und knapp 700 Hinweise später hat die Polizei jetzt den mutmaßlichen Täter gefasst: Den 30-jährigen Nikolai H. aus Rastede.

„Wir sind sehr froh, erleichtert“, sagte der Leitende Polizeidirektor der Oldenburger Polizei, Johann Kühme, am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz. Gut neun Stunden nach der Verhaftung des Verdächtigen stellten die Ermittler ihre bisherigen Ergebnisse vor.

Der Tatverdächtige kam mit seiner Familie vor 16 Jahren als Aussiedler aus Kasachstan und lebt seit zehn Jahren in der Gemeinde Rastede. „Er ist hart drogenabhängig und der Polizei bekannt, auch wegen Eigentumsdelikten“, sagte der Leiter der Sonderkommission „Brücke“, Reiner Gerke. Der Verdächtige hat keinen Schulabschluss, war als Arbeiter in Betrieben beschäftigt, lebt allein. Auch die Tat hat er allein begangen, sagte Gerke weiter. „Allgemeiner Frust“ habe er zum Motiv der Tat angegeben.

Die Tat geschah am 23. März gegen 20.00 Uhr auf der A29 zwischen dem Autobahnkreuz Nord und der Abfahrt Ohmstede. Die im westfälischen Telgte lebende Familie K. war auf dem Heimweg nach einem Besuch in Wilhelmshaven. Im Auto waren Mutter Olga, Vater Alexander, der neunjährige Sohn und die siebenjährige Tochter. Plötzlich „ein Knall, den ich einfach nicht mehr aus meinem Kopf bekomme“, sagte der Ehemann Alexander O. vor rund vier Wochen in einem Interview des „Sterns“.

Ein rund sechs Kilogramm schwerer Klotz aus Pappelholz hatte die Windschutzscheibe durchschlagen und seine Frau getroffen. Jemand hatte ihn von einer Autobahnbrücke geworfen. Erst nach dem Anhalten habe K. gesehen, dass seine Frau getroffen war, machte noch im Auto eine Mund-zu-Mund-Beatmung und eine Herzmassage. „Doch da war alles so weich, ganz eingedrückt“, sagte er dem Blatt.

Die Polizei richtete am nächsten Tag die Sonderkommission „Brücke“ ein und begann ihre Ermittlungen wegen Mordes. Schnell meldeten sich Autofahrer, die kurz vor dem Verbrechen eine Personengruppe auf der Brücke gesehen haben wollen. „Diesen Zeugenaussagen mussten wir natürlich nachkommen“, sagte Johann Kühme von der Polizeiinspektion Oldenburg am Mittwoch. So suchte die Polizei verstärkt nach der besagten Gruppe von vier bis fünf Jugendlichen und jungen Erwachsenen - mit einer Phantomzeichnung und Fahndungsplakaten.

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