Tornado-Absturz
Luftwaffe schließt technisches Versagen aus

Ein Kampfjet der Bundeswehr ist in der Eifel abgestürzt und hat Trümmer und Chaos auf der A48 hinterlassen. Die Piloten kamen mit leichten Verletzungen davon. Aktuell schließt die Luftwaffe technisches Versagen aus.
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Berlin/DüsseldorfEin Tornado der Bundeswehr ist am Donnerstagabend bei einem Übungsflug in der Eifel abgestürzt. Die beiden Piloten hätten sich mit dem Schleudersitz aus dem Kampfflugzeug retten können, berichtete ein Sprecher der Luftwaffe am frühen Freitagmorgen. Der Pilot stürzte in einen Baum und zog sich leichte Verletzungen zu, der Copilot blieb nach neusten Erkenntnissen unverletzt. „Das ist für uns das Allerwichtigste “, sagte der Sprecher. Munition habe sich nicht an Bord befunden. Ein Untersuchungsteam der Bundeswehr sei am Ort des Unglücks, um die Ursache zu klären.

Luftwaffen-Oberstleutnant Jörg Langer schloss zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf Anfrage von Handelsblatt Online technisches Versagen als Absturzursache aus. „Unabhängig vom Baujahr sind unsere Flugzeuge in einem technisch einwandfreiem Zustand und werden regelmäßig gewartet“, erklärte Langer. Weitere Details seien derzeit nicht bekannt.

Der Tornado war um 21.20 Uhr südöstlich von Laubach (Kreis Cochem-Zell) in unbewohntem Gebiet nahe der Anschlussstelle zur Autobahn 48 abgestürzt. Nach Informationen der Deutschen Flugsicherung (DFS) befand sich der Tornado zwischenzeitlich in dem von ihnen kontrollierten Luftraum, verließ diesen aber wieder, bevor es zum Absturz kam.

Die Luftwaffe kann bei Bedarf sogenannte TRAs (Temporary Reserved Airspace) für militärische Trainingsflüge aktivieren, damit zum zivilen Luftverkehr ein ausreichender Sicherheitsabstand gewährleistet werden kann. In diesen Fällen bewegen sich die Flugzeuge außerhalb des von der Deutschen Flugsicherung kontrollierten Luftraums. In ihrem Mobilitätsreport 2012 zählte die DFS knapp 49.000 militärische Flüge in Deutschland. Das entspricht lediglich 1,6 Prozent des gesamten Luftverkehraufkommens.

Der angeflogene Flugplatz am Luftwaffenstandort Büchel ist etwa fünf Kilometer von der Absturzstelle entfernt. Neben Büchel ist die Luftwaffe an 28 weiteren deutschen Standorten stationiert, darunter in Husum, Kaufbeuren oder Erding. Die Absturz-Zone nahe Büchel gehört zu den acht ausgewiesenen militärischen Lufträumen in Deutschland.

Ein Polizeisprecher sagte am Freitagmorgen, dass durch den Absturz so viel Erde und Äste auf die Straße gelangt sei, dass die A 48 für Stunden voll gesperrt werden musste. Erste Erkenntnisse, wonach auch Trümmerteile die Autobahn verwüstet hätten, bestätigten sich laut Polizei nicht.

Inzwischen ist die Autobahn wieder teilweise befahrbar. Jeweils auf einer Spur sei die Strecke bei Laubach sowohl in Richtung Trier als auch in Richtung Koblenz wieder freigegeben, sagte ein Polizeisprecher am frühen Morgen. Weil die Bundeswehr am Straßenrand weiterhin nach Trümmerteilen suche, könne die gesamte Fahrbahn bislang aber noch nicht wieder befahren werden.

Die Bundeswehr richtete laut Polizei rund um die Absturzstelle einen militärischen Sicherheitsbereich ein. Soldaten suchten die Teile des Flugzeugs zusammen und schirmten das Wrack des Kampfjets, das in einem Waldgebiet lag, weiträumig ab.

Andere Menschen oder Gebäude waren von dem Unglück aber offenbar nicht betroffen. Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz und Bundeswehr waren im Einsatz.

Seit Einführung der Tornado-Jets Anfang der 80er Jahre sind mehr als 40 dieser Bundeswehr-Maschinen abgestürzt. Zuletzt stürzte 2007 ein Tornado in den Schweizer Alpen ab, der Pilot starb.

Der Tornado ist ein zweisitziges Kampfflugzeug, das in den 1970er Jahren von Großbritannien, Italien und Deutschland entwickelt wurde. Heute wird es auch von saudi-arabischen Streitkräften eingesetzt. Die Bundeswehr setzt die Maschine seit 1981 ein. Die Produktion wurde 1999 eingestellt.

Mit Material von dpa

Anis Micijevic ist freier Journalist und schreibt für Handelsblatt Online. Quelle: Armin Dahl / Handelsblatt Online
Anis Micijevic
Handelsblatt / Spätdienst Online + Mobile

Kommentare zu " Tornado-Absturz: Luftwaffe schließt technisches Versagen aus"

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  • so schnell schliesst man weder technische noch andere Ursachen nicht aus? Noch nicht alle Teile gefunden und untersucht, Blackbox nicht abgehört...

  • Stimmt. Dafür ist man äußerst kreativ, wenn es um neue Wortschöpfungen geht. Jedenfalls habe ich das Wort "crashdown" (erscheint, wenn man den Cursor auf das Bild steuert) noch nie gehört. Was soll das also sein, crashdown? Oder ist das Militärjargon?

  • In der Tat wird für eine vernünftige Recherche heute keine Zeit mehr investiert, sonst wäre sicherlich auch aufgefallen, daß der Tornado nur EINEN Piloten hat. Das andere Besatzungsmitglied ist der Waffensystemoffizier (WSO).

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