Tornado in Oklahoma
US-Präsident Obama verspricht Hilfe

Die Einsatzkräfte in Oklahoma suchen nicht länger nach Vermissten. In dem Katastrophengebiet beginnt das Leben nach dem Tornado. US-Präsident Barack Obama will am Sonntag in die Krisenregion kommen.
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WashingtonDrei Tage nach dem verheerenden Tornado in Oklahoma haben die Rettungskräfte ihren Einsatz beendet. „Wir beginnen nun mit den Aufräumarbeiten“, sagte die Gouverneurin von Oklahoma am Mittwochabend (Ortszeit) dem Nachrichtensender CNN. Es müsse nun sehr viel Schutt von den Straßen geräumt werden. Alle noch Vermissten seien gefunden worden, erklärten die Behörden der besonders betroffenen Kleinstadt Moore. Fünf der sechs Vermissten wurden lebend gefunden, ein Mensch tot geborgen.

Insgesamt starben mindestens 24 Menschen, Tausende Häuser wurden von dem Tornado am Montag zerstört. Der Bürgermeister von Moore, Glenn Lewis, erläuterte bei CNN, er könne nicht sagen, ob das letzte Todesopfer schon offiziell mitgezählt worden sei. Mehr als 350 Menschen wurden nach Angaben von CNN verletzt. Der Sachschaden beträgt bis zu zwei Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro).

US-Präsident Barack Obama sprach von „einem der zerstörerischsten Tornados in der Geschichte“. Er sagte den Menschen in Oklahoma Hilfe zu und will das Katastrophengebiet am Sonntag besuchen. „Der Weg nach vorne ist lang, doch Ihr Land wird Sie jeden Schritt des Weges begleiten“, sagte er am Mittwoch. „Wir werden Ihnen helfen, wieder zu Kräften zu kommen.“

Unter den Toten seien zehn Kinder, erklärten Gerichtsmediziner. Allein sieben Kinder kamen bei dem Einsturz der Grundschule in Moore ums Leben. Es wurden Fragen laut, warum die meisten Häuser und öffentliche Gebäude keine Schutzräume hatten, in denen sich die Menschen hätten flüchten können.

Die Region gilt als besonders tornadogefährdet: Bereits 1999 fegte ein besonders starker Tornado über sie hinweg, der 46 Menschen tötete und etwa 8000 Gebäude zerstörte.

Wie der Nachrichtensender CNN berichtete, sprach sich Moores Bürgermeister Lewis für ein Gesetz aus, demzufolge neue Gebäude künftig einen Schutzraum einrichten müssten. Bisher gab es keine solche gesetzliche Anordnung. „Jeder, der in einer Tornado-Region lebt, sollte einen haben, aber es ist eine Frage der Kosten“, sagte Lewis.

Experten betonten, Keller und unterirdische Schutzräume böten den einzigen wirkungsvollen Schutz bei Tornados. Aber nur etwa zehn Prozent der Häuser in Moore hätten einen Keller. Medienberichten zufolge hatten Menschen während des Sturms am Montag in ihrer Verzweiflung versucht, sich in Tiefkühlschränken zu verschanzen.

Nach Angaben des Tornado-Experten Thomas Sävert vom Wetterdienst Meteomedia sind Schutzräume ein Problem in der Gegend: Aufgrund des felsigen Untergrundes in Oklahoma hätten nur wenige Häuser Keller, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Der Sturm hatte nach Angaben der nationalen Wetterbehörde die höchste Stufe auf der in den USA gebräuchlichen Skala. Es habe sich um einen Tornado der Stärke EF5 mit Geschwindigkeiten von 320 Kilometern pro Stunde gehandelt. Zunächst hatte die Behörde von der zweithöchsten Stufe EF4 auf der erweiterten Fujita-Skala gesprochen. Der Tornado hinterließ stellenweise eine gut drei Kilometer breite Spur der Verwüstung.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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