Tourismus
USA? Nein, danke!

„America First“ schadet der US-Tourismus-Industrie. Die Buchungen aus dem Ausland brechen ein. Hoteliers warnen vor einem „verlorenen Jahrzehnt“. Den Hauptschuldigen haben sie ausgemacht: Er sitzt im Weißen Haus.
  • 6

New YorkLeere Hotels, freie Sitze im Flugzeug, kurze Schlangen bei Disneyworld. Es sieht düster aus für die Sommersaison in den Vereinigten Staaten von Amerika. Reiseveranstalter überschlagen sich mit billigen Angeboten. Hoteliers klagen laut über die Tweets aus dem Weißen Haus. Die Branche ist verunsichert.

Der geplante und immer noch umkämpfte Einreisestopp des Präsidenten Donald Trump, langwierige Kontrollen an den Flughäfen, das Laptop-Verbot für Flüge aus mehreren arabischen Ländern, die propagierte „America First“-Politik.

All das trägt dazu bei, dass die USA dieses Jahr bei vielen Menschen nicht mehr oben auf der Liste stehen, wenn es um ihre Urlaubsplanung geht. Für die 1,6 Billionen Dollar schwere Tourismusbranche des Landes könnte sich das als ein schwerer Schlag herausstellen.

Laut der Tourismusberatung ForwardKeys sind die Buchungen für Flüge in die Vereinigten Staaten für den Sommer um 3,5 Prozent zurückgegangen, während andere Länder deutlich zulegten. Der Internet-Check-In-Dienst Foursquare meldet, der Anteil der USA am weltweiten Tourismusmarkt sei seit Oktober beständig zurückgegangen.

Im März fiel er um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das schreibt der CEO von Foursquare, Jeff Glueck, der sich auf die Daten von 13 Millionen Nutzern stützt. „Es gibt kein Anzeichen für eine Erholung“, schreibt Glueck, der Asien als klaren Gewinner ausmacht.

Vor allem aus dem Nahen Osten und aus Lateinamerika kämen weniger Touristen in die USA. Beides sind Länder, die Trump mit seiner Kritik beziehungsweise den Einreisebeschränkungen ins Visier genommen hat. Auch Expedia hat bei der Vorstellung seiner Quartalsergebnisse einen Rückgang bei den Buchungen aus dem Nahen Osten festgestellt. Das Gleiche gilt für die Hotel-Kette Hyatt.

Kommentare zu " Tourismus: USA? Nein, danke!"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Trump ist das allerletzte! "

    Die heutige politische Klasse egal ob Asien, Europa, USA ist in den meisten Fällen von Oligarchen kontrolliert.

    Die sind das Allerletzte und die erscheinen meist auch nicht in der Öffentlichkeit.

    Trump ist Teil der Oligarchie, aber er kann nicht alles schlechter oder besser machen. Der US Präsident hat soviel Macht wie Kennedy als er zum Abschuss freigegeben wurde.

  • Bei wem war Angela Merkel denn unfreundlich? Sonderbare Andeutungen die sie da machen.

    Zum Thema Unfreundlichkeit fällt mir zur Zeit nur ein gewisser amerikanischer Präsident ein.

  • Als Deutscher sollte man derzeit nicht ins Ausland reisen, es lauern zu viele Feinde.
    Vielleicht macht Nord Korea eine Ausnahme, wenn Frau Dr. Merkel freundlich bei Herrn Kim vorspricht. Freundlich meine ich, nicht wie bei allen Anderen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%