Trotz tödlicher Asche
Indonesier verehren ausgebrochenen Vulkan Merapi

Ein neuer Ausbruch des Vulkans Merapi hat am Sonntag in Indonesien Panik und Chaos unter Tausenden Menschen ausgelöst. Die Asche verbrannte Menschen und Häuser. Doch trotz des Leids verehren viele Bewohner, die an seinen Hängen leben, den Vulkan - er ist Teil der javanischen Mystik.
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HB JAKARTA. Der Vulkan Merapi ist mit glühend heißer Asche über seine Anwohner hergefallen, 38 Menschen starben seit seinem ersten Ausbruch am vergangenen Dienstag. Dörfer sind verbrannt, Weiden versengt, eine dicke graue Ascheschicht verwandelt die sonst blühenden Hänge in eine Geisterlandschaft.

Ein neuer Ausbruch des Vulkans hat am Sonntag wiederum Panik und Chaos unter Tausenden Menschen ausgelöst, die zuvor geflohen und in einer scheinbar ruhigeren Phase zurückgekehrt waren, um nach ihrem Hab und Gut zu sehen. Die heiße Aschewolke, die der Vulkan ausspuckte, ging aber nur über einem ohnehin dünn besiedelten Gebiet nieder, wie die Behörden mitteilten. Über weitere Opfer wurde nichts bekannt.

Doch für die meisten der 40 000 Menschen, die an seinen Hängen wohnen, sind die neuerlichen Ausbrüche kein Grund zum Jammern, Lamentieren oder gar zur Flucht. Sie verehren ihren Berg, komme, was wolle. „Es ist unfair, den Berg als Feind zu betrachten“, sagt Istiana (47), die im Dorf West Kaliurang am Südhang des Berges auf der Insel Java zu Hause ist. Die Menschen profitierten dort von den vielen Touristen und das Land sei besonders fruchtbar. „Man nutzt den Berg aus, das mindeste ist doch, dass man Respekt zeigt.“

Für Istiana ist aber klar: es gibt Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen, Regeln darüber, was tabu ist. Nur welche das sind, ist nicht immer deutlich. Deshalb gibt es eben auch Opfer.

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