Überfall
Polizei will KaDeWe-Coup im Labor lösen

Der Schmuckdiebstahl im KaDeWe Ende Januar gilt als einer der spektakulärsten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Aber auch die Täterkonstellation ist bemerkenswert und macht den Fall in der Berliner Kriminalgeschichte einzigartig.
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BERLIN. Zumindest einer der mutmaßlichen KaDeWe-Einbrecher ist aus Niedersachsen nach Berlin in die Justizvollzugsanstalt Moabit überführt worden. Der Gefangenentransporter, in dem Hassan O. saß, traf am Dienstag gegen 12.30 Uhr aus Lüneburg in der Untersuchungshaftanstalt ein. Sein Zwillingsbruder Abbas O. wurde getrennt von ihm aus Hannover kommend nach Berlin gebracht. Die strikte Trennung hat ihren guten Grund: "Um Verwechselungen auszuschließen, wurden sie getrennt aus verschiedenen niedersächsischen Vollzugsanstalten nach Berlin gebracht", hieß es. Und: Auch in Moabit werden die Zwillinge in unterschiedlichen Häusern untergebracht.

Zu den Libanesen, die am vorigen Mittwoch in Rotenburg (Wümme) wegen Verdachts des bandenmäßigen Diebstahls verhaftet worden waren und die sich noch nicht zu den Tatvorwürfen geäußert haben, führten offenbar Spuren an einem Latexhandschuh - möglicherweise ein Schweißtropfen - und eine Strickleiter, die von den Juwelendieben im Kaufhaus zurückgelassen worden war. Dies bestätigte ein Ermittler dem Tagesspiegel. Ob an den Beweisstücken DNA-Spuren sichergestellt werden können und ob diese von einem der beiden Tatverdächtigen stammen, muss nun im Labor untersucht werden.

Der Fall ist bisher einzigartig in der Berliner Kriminalgeschichte

Sollte das der Fall sein, wird sich das DNA-Material trotzdem nicht mit hundertprozentiger Sicherheit einem der Brüder zuordnen lassen, denn genetisch sind eineiige Zwillinge gleich. Bei Fällen von ungeklärter Vaterschaft beispielsweise lässt sich nicht sagen, wer der infrage kommenden Brüder der Erzeuger des Kindes ist. "Zu unterscheiden sind eineiige Zwillinge allein durch ihren Fingerabdruck", sagt ein Experte. "Deshalb ist dieser Fall in der Berliner Kriminalgeschichte bislang einzigartig." Entscheidend sei nun, ob die Polizei an dem Latexhandschuh und der Strickleiter Fingerabdrücke sichern konnte. Auskunft darüber gibt es derzeit nicht.

Zudem können die Ermittler des Landeskriminalamtes mit einer Spezialkamera prüfen, ob beispielsweise die bei den Wohnungsdurchsuchungen sichergestellten Kleidungsstücke auf den Videoaufzeichnungen der Tat zu erkennen sind. In einer Spezialanalyse ermitteln die Beamten Größe, Gewicht und Statur der Männer auf den Videobildern und vergleichen sie mit den Maßen von Hassan und Abbas O. Weiter flüchtig ist mindestens ein Komplize. Auf Bildern einer Überwachungskamera waren bei dem Einbruch am 25. Januar drei Maskierte zu sehen. Es wird gemutmaßt, dass noch ein vierter Täter mit von der Partie gewesen sein könnte.

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