Überschall-Flugzeug auch bei Auktion rekordverdächtig
Fabelpreise bei Pariser Concorde-Versteigerung

Betuchte Fans des ausgemusterten Überschall-Jets Concorde haben bei einer Auktion für Einzelteile hohe Summen geboten: Ob die berühmte Klappnase, Tachometer oder Außentüren - die Objekte brachten deutlich mehr ein als von Christie's erwartet.

HB BERLIN. Concorde-Liebhaber aus aller Welt haben bei einer Versteigerung von rund 200 Teilen des ausgemusterten Überschalljets in Paris die Preise in schwindelnde Höhen getrieben. Mit einem Gesamterlös von 3,3 Millionen Euro übertraf das Ergebnis alle Erwartungen des Auktionshauses Christie's.

Beim spektakulärsten Souvenir, der 3,50 Meter langen Spitze der berühmten Klappnase, fiel der Hammer am Samstag erst bei 480.099 Euro. Das war mehr als das 30-fache des Schätzwerts. Der Erlös geht an die Air-France-Stiftung für Not leidende Kinder. Die Concorde hatte im Oktober ihren Abschiedsflug absolviert.

Obwohl Christie's die fünfeinhalbstündige Versteigerung in drei Räume übertrug, drängten sich hunderte Liebhaber des Flugzeugs vor den Türen. "Wir haben noch nie so eine Versteigerung wie diese gehabt", sagte ein erschöpfter Mitarbeiter des Auktionshauses anschließend. Interessenten in 35 Ländern konnten telefonisch mitbieten. Gleich das erste Objekt gab einen Vorgeschmack auf das Potenzial der betuchten Gäste: Ein auf 300 Euro geschätzter Geschwindigkeitsmesser kam für 11.000 Euro unter den Hammer.

Viele Lose waren einmalig: Etwa die Tempoanzeige, die Concorde-Passagiere mit einem mattblau-schimmernden "M 2.02" über das Erreichen der zweifachen Schallgeschwindigkeit informierte. Dafür wurden satte 80.000 Euro gezahlt. Das Los war bei 2000 Euro angesetzt worden. Käufer soll eine reiche französische Familie sein. Ein vollständiges Olympus-Triebwerk mit 17 Tonnen Schub ging für 130.000 Euro an einen telefonischen Bieter. Ein Pilotensitz kostete 42.300 Euro. Auch die übrigen Souvenirs brachten hohe Summen ein: Eine Außentür wurde für 28.000 Euro und das Kennzeichen der Air-France-Concorde Fox Bravo für 52.000 Euro zugeschlagen.

Insgesamt standen 218 Posten zum Verkauf, darunter exklusive Bilder von Fotografen der Airline, Schränke aus der engen Flugzeugküche sowie überschallerprobtes Porzellangeschirr der Designerin Andrée Putman. Der Geschäftsmann Jean-Francisque Berger ersteigerte zwei Antennen, die Christie's mit 80 Euro angesetzt hatte, für 4500 Euro. Andere zogen angesichts der hohen Preise dagegen enttäuscht mit leeren Händen ab.

Alle Stücke stammten von den letzten fünf Concorde-Jets der Air France, die im Frühjahr ausgemustert und an Museen abgegeben wurden. Ende Oktober stellte auch British Airways seine Concorde-Flüge ein und besiegelte damit das Ende der kommerziellen Überschallflüge.

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