Ukraine
Zahlreiche Überlebende nach Grubenunglück gerettet

Nach der schweren Grubenexplosion in der Ukraine haben Helfer bis zum Montagabend mindestens 23 der verschütteten Bergarbeiter aus dem eingestürzten Schacht gerettet. Die meisten der Überlebenden entdeckten sie in mehr als 800 Meter Tiefe. Doch noch immer ist das Schicksal einiger Bergleute unklar.

HB MOSKAU/KIEW. Das sagte Vizeregierungschef Alexander Turtschinow nach Angaben der Agentur Interfax. Ein Arbeiter war tot geborgen worden. Bei der Methangas-Explosion in dem Kohleschacht „Karl Marx“ in Jenakijewo im Donezbecken waren am Sonntag mehr als 40 Bergleute verschüttet worden. Einige wurden bereits am Sonntag gerettet.

Die Überlebenden mussten am Montag mehrere Stunden auf den schwierigen Ausstieg aus der eingestürzten Grube warten, wie Turtschinow sagte. In der Nacht zum Sonntag hatten die Angehörigen der Arbeiter betend in der Anlage ausgeharrt, nachdem sich die Grube schnell mit Wasser zu füllen drohte. Die meisten der Geretteten waren nach Angaben der Helfer in einem „befriedigenden Gesundheitszustand“.

In der politisch instabilen früheren Sowjetrepublik brach am Montag ein neuer Streit zwischen dem Präsidenten und der Regierung aus. Die Präsidialverwaltung warf Regierungschefin Julia Timoschenko vor, nicht genug für die Sicherheit in den Bergwerken des Landes zu tun. Timoschenko hingegen kritisierte, dass die Unglücke Folge einer seit 17 Jahren verfehlten Bergbaupolitik seien. Es gebe eine „kolossale Korruption“, bei der staatliche Gelder für die Entwicklung der Schächte veruntreut würden.

Die Kohlegruben in der Ukraine gehören wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen zu den gefährlichsten weltweit. Die Regierung hat wegen der zahlreichen Bergwerkunglücke mit vielen Toten in den vergangenen Monaten Dutzende Schächte schließen lassen. Jedes Jahr sterben Hunderte Menschen bei Explosionen. Bei der schwersten Bergwerks-Katastrophe des Landes waren Ende 2007 in der Anlage Sassjadko in der ostukrainischen Stadt Donezk 101 Kumpel gestorben.

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