Um das Mahnmal hat es schon viel Streit gegeben
Holocaust-Mahnmal: Tausend Stelen stehen schon

Ein Jahr vor seiner Eröffnung nimmt das Berliner Holocaust-Mahnmal Gestalt an. Etwa 1 000 der geplanten 2 751 Betonstelen sind bereits errichtet worden. Ende des Jahres sollen alle Blöcke stehen.

HB BERLIN. Das Mahnmal entsteht auf dem Gelände zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz. Der Geschäftsführer der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Hans-Erhard Haverkampf, sagte am Donnerstag, dass Ende des Jahres alle Blöcke stehen sollen. Offen sei noch, ob das Mahnmal zum 60. Jahrestag der deutschen Kapitulation am 8. Mai 2005 oder einen Tag später eingeweiht wird.

Mit dem Mahnmal nach dem Entwurf des amerikanischen Architekten Peter Eisenman entsteht auch ein „Ort der Information“: In unteridischen Räumen am Rande des Mahnmalgeländes sollen die wichtigsten Stätten zur Ermordung der Juden sowie Einzelschicksale dargestellt werden. Die Arbeiten lägen auch hier im Zeitplan, sagte Haverkampf. Das Zentrum wird die Namen von 3,5 Millionen ermordeter Juden dokumentieren.

Um das vom Bund mit 27,5 Millionen Euro finanzierte Mahnmal hatte es wiederholt Streit gegeben. Weil die Stelen mit Graffitischutz der Firma Degussa behandelt werden sollen, wurden die Arbeiten im Oktober 2003 für mehrere Wochen gestoppt. Eine Degussa-Tochterfirma hatte in der NS-Zeit das Giftgas Zyklon B hergestellt, mit dem Millionen Juden in den Konzentrationslagern ermordet wurden. Anfang 2004 löste eine von Kritikern als geschmacklos empfundene Bemerkung Eisenmans auf einer Sitzung der Stiftung für Aufregung. Vertreter der jüdischen Gemeinde hatten die Ablösung des Architekten gefordert.

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