Umwelt
Armeeeinsatz gegen Müllchaos in Neapel

dpa NEAPEL. Armeeinsatz gegen die Müllberge in Neapel: Auf Anordnung von Italiens Ministerpräsident Romano Prodi haben Soldaten in der Nacht zum Montag damit begonnen, den stinkenden Unrat vor Schulen in der Region Kampanien abzutransportieren.

Damit soll die drohende Schließung zahlreicher Schulen verhindert werden. Auch zahlreiche Verwaltungen der Kommunen schickten Lastwagen, um die seit Wochen angesammelten Abfallberge vor den Eingängen zu beseitigen. Die Direktoren hatten zuvor angekündigt, die Weihnachtsferien für die Schüler aus hygienischen Gründen verlängern zu wollen. Es gehe nicht an, dass auch die Erziehung der Kinder unter dem Müllproblem leide, betonte Prodi.

Jedoch gab es in Teilen der Region rund um den Vesuv erneut Straßensperren der Anwohner und Zusammenstöße mit der Polizei, so dass viele Kinder und Jugendliche aus Sicherheitsgründen trotzdem nicht zum Unterricht gegangen seien. Außerdem befürchteten viele Eltern gesundheitliche und hygienische Probleme für ihren Nachwuchs - teilweise seien die Schulbänke halb leer gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Noch am Vormittag begann Prodi, mit mehreren Ministern die weitere Strategie auszuarbeiten. Unter anderem sollen so schnell wie möglich Anlagen gebaut werden, in denen Biomasse in weiterverarbeitbare Energieträger umgewandelt werden kann. Bisher werden große Mengen Müll für teures Geld zur Verarbeitung nach Deutschland exportiert.

In Kampanien, einer der schönsten Mittelmeerregionen, stapeln sich mittlerweile rund 100 000 Tonnen Abfall, berichteten Medien. Am Montag kam es im neapolitanischen Stadtteil Pianura wieder zu Zusammenstößen der Bürger mit der Polizei. Die Anwohner wollen um jeden Preis die Wiedereröffnung einer 1996 stillgelegten Deponie verhindern, weil sie die Entstehung giftiger Dioxin-Gase und gesundheitliche Schäden fürchten.

Der Müll wird in der Region seit Wochen nicht abtransportiert, weil es an den nötigen Verwertungsanlagen mangelt. Neapel kämpft bereits seit 14 Jahren mit dem Problem. Der 1994 eigens eingerichteten Abfall-Kommission wird immer wieder Unfähigkeit und Korruption vorgeworfen.

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