Unwetter in Deutschland
Nach der Hitze folgt der Sturm

Am Wochenende sorgen Starkregen und Gewitter in Deutschland für Unwetter: Vielerorts werden Open-Air-Veranstaltungen abgesagt – wie das Juicy Beats in Dortmund. In weiten Teilen des Landes werden schwere Stürme erwartet.
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BerlinOrkanartige Stürme mit Geschwindigkeiten um die 110 Stundenkilometer fegen an diesem Samstag womöglich über weite Teile Deutschlands hinweg. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach gab Unwetterwarnungen für Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen heraus.

Gegen Abend werde sich das Sturmfeld bis an die Nordsee vorarbeiten. Auch in der Mitte Deutschlands könne Sturmtief „Zeljko“ in der Fläche Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern erreichen. Diese Sturmlage sei für den Sommer „ungewöhnlich heftig“.

Sturmtief „Zeljko“ bringe auch Gewitter mit Regen und Starkregen. Die wichtigere Rolle spiele aber eindeutig der schwere Sturm, erklärte Meteorologin Magdalena Bertelmann.

Der DWD warnte vor herabstürzenden Dachziegeln, Ästen und umstürzenden Bäumen. Weil die Bäume voll belaubt sind, bieten sie dem Sturm eine größere Angriffsfläche. Bei Aktivitäten im Freien sei „größte Vorsicht geboten“. Im Süden und Südosten bleibe es hingegen relativ ruhig.

Die größte Kirmes am Rhein in Düsseldorf stoppte ihren Betrieb am Samstag wegen der Sturmwarnung vorsorglich. In Dortmund wurde das Musikfestival „Juicy Beats“ mit 32 000 erwarteten Gästen abgesagt. In Hamburg kam die Frage auf, ob provisorische Zelte für Flüchtlinge aus Furcht vor Unwettern geräumt werden sollten.

In Karlsruhe war bereits am Freitagabend das Musik-Open-Air „Das Fest“ wegen eines aufziehenden Unwetters abgebrochen worden. In der Nacht wurden dann etliche Regionen von Unwettern getroffen. Blitze setzten mehrere Dachstühle in Brand. In Baden-Württemberg durchschlug ein Blitz die Wand eines Wohnhauses und hinterließ nach Polizei-Angaben ein 50 mal 50 Zentimeter großes Loch.

In der Nacht zum Sonntag soll sich das Sturmfeld von Westen her abschwächen und nach Osten und Nordosten ziehen. Am Sonntag herrscht dann sozusagen die Ruhe nach dem Sturm, und es wird vorübergehend ruhiger mit einem Mix aus Sonne und Wolken.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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