US-Präsident gibt Forderungen nach
„Marshall-Plan“ für New Orleans

Zweieinhalb Wochen nach dem Wirbelsturm „Katrina“ plant US-Präsident George W. Bush das bislang größte Wiederaufbau-Programm auf amerikanischem Boden.

HB/bac WASHINGTON. In seiner ersten Fernsehansprache an die Nation nach der Naturkatastrophe versprach Bush am Donnerstagabend (Ortszeit) in New Orleans, dass die Regierung ihre Lektion aus den Fehlern lernen werde. Vier Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September habe jeder US-Bürger das Recht auf effektivere Maßnahmen in einer Notsituation. Bush kündigte an, dass die letzten der mehr als eine Million obdachlos gewordenen Menschen bis Mitte Oktober aus Notunterkünften in Wohnungen oder feste Quartiere umziehen sollen.

Nach Schätzungen von Republikanern im Kongress werde sich das Hilfsprogramm auf insgesamt mehr als 200 Mrd. Dollar belaufen. Damit wäre das Paket größer als die bis dato angefallenen Kosten für den Krieg und den Wiederaufbau im Irak. Der Präsident machte in seiner Rede allerings keine konkreten finanziellen Zusagen.

Bereits am Mittwoch hatte der Senat einen Gesetzentwurf abgesegnet, der für 350 000 obdachlose Familien eine monatliche Beihilfe von jeweils 600 Dollar vorsieht. Die bislang vom Kongress gebilligten 62 Mrd. Dollar für die Katrina-Folgen reichten nur bis zur ersten Oktoberwoche, hieß es. Die Regierungspartei drängt bereits innerhalb der nächsten Woche auf die Verabschiedung einer weiteren Tranche über mehr als 50 Mrd. Dollar.

Bush stellte in seiner Rede einen Drei-Stufen-Plan zum Wiederaufbau der weit gehend zerstörten Region im Süden der USA vor, die der Fläche Großbritanniens entspricht. Danach soll ein Mix aus Steuererleichterungen, Anreizen sowie Kreditvorteilen Unternehmer zur Schaffung von Arbeitsplätzen ermutigen. Bush stellte außerdem Arbeitnehmern ein Bankguthaben von 5000 US-Dollar für Aus- und Weiterbildung in Aussicht. Außerdem sollen Familien mit niedrigen Einkommen im Zuge einer Lotterie kostenlos Bauland aus Staatsbesitz erhalten.

„Alle, die die Zukunft von New Orleans in Frage stellen, sollten wissen, dass Amerika ohne New Orleans nicht vorstellbar ist“, sagte Bush. Jedoch sollte dieses Mal höher und besser gebaut werden. Nach Angaben des Präsidenten ist eine Viertelmillion Häuser im Großraum New Orleans nicht mehr bewohnbar.

Seite 1:

„Marshall-Plan“ für New Orleans

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%