Vattenfall-Expertenkommission untersucht Pannen
AKW Krümmel steht mindestens bis Ende August still

Das Atomkraftwerk Krümmel wird nach Einschätzung von Vattenfall frühestens Ende August wieder ans Netz gehen können. Nach den Pannen in Krümmel und Brunsbüttel ist eine Expertenkommission des Betreibers den Vorfällen erstmals am Ort des Geschehens nachgegangen.

HB GEESTHACHT. Die Fachleute tagten am Freitag auf dem Gelände des Meilers Krümmel in Geesthacht. Dort stellte Vattenfall auch den rußgeschwärzten, 340 Tonnen schweren Transformator vor, dessen Brand am 28. Juni zur Schnellabschaltung des Reaktors geführt hatte. Auslöser war ein Kurzschluss, dessen Ursache weiter unklar ist. Inzwischen zog der Stromkonzern technische Konsequenzen, um das Eintreten von Brandgas in die Kraftwerkswarte zu verhindern.

Die schleswig-holsteinischen Reaktoren Krümmel und Brunsbüttel - dort gab es am gleichen Tag eine Schnellabschaltung - werden laut Vattenfall bis zum Abschluss aller Sicherheitsuntersuchungen abgeschaltet bleiben. „Sie werden nur ans Netz kommen, wenn alle Fragezeichen geklärt sind“, sagte der Chef des schwedischen Mutterkonzerns, Lars G. Josefsson, am Donnerstagabend in Berlin. Wann dies sein werde, sei derzeit nicht zu sagen. Inzwischen ist in Krümmel auch die Jahresrevision angelaufen, für die das Kraftwerk ohnehin bis Ende August vom Netz bleiben muss. Brunsbüttel hatte zwischenzeitlich wieder Strom geliefert, ist für weitere Untersuchungen aber ebenfalls abgeschaltet.

Erste Zwischenergebnisse will die Expertenkommission im August vorlegen. Kritik gab es an ihrer Zusammensetzung. Distanziert äußerte sich die Atomaufsicht in Kiel: Sie begrüße jeden Schritt, der der Sicherheit dienen solle, sagte Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD). „Unabhängig davon wird die Atomaufsicht ihre Analyse vorantreiben und Auflagen zum sicheren Betrieb entwickeln.“ Die Landesregierung hatte es wie der Bund abgelehnt, in der Kommission mitzuwirken. „Es ist wichtig, dass eine klare Trennung zwischen Atomaufsicht und Betreiber besteht“, sagte Trauernicht. Kommissionsmitglied Adolf Birkhofer, langjähriger Vorsitzender der Reaktorsicherheitskommission, nannte die aktuelle Debatte über die Zukunft der Atomkraft „überhitzt“.

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