Verbot von Tiertransporten gelockert
Dritter MKS-Verdachtsfall in Südengland

Die Maul- und Klauenseuche hat sich in Südengland möglicherweise auf einem dritten Bauernhof ausgebreitet. Vorsorglich würden die Tiere auf der betroffenen Farm gekeult, sagte die britische Chef-Tierärztin Debby Reynolds am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.

HB LONDON/BRÜSSEL. Zugleich kündigte sie an, dass Landwirte außerhalb der Sperrzonen um die von der Seuche betroffenen Höfe ihre Tiere wieder direkt zum Schlachthof oder den Verwertungsanstalten fahren dürften. Das entsprechende Transportverbot sollte von Mitternacht an gelockert werden. Das von der EU verhängte Ausfuhrverbot für britische Fleisch- und Milchprodukte sowie lebendes Vieh bleibt hingegen bis auf weiteres bestehen.

Beim dritten Verdachtsfall handelt es sich um einen Hof in unmittelbarer Nähe der zweiten betroffenen Farm. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Maul- und Klauenseuche auch dort aufgetreten sei, begründete Veterinärin Reynolds die vorsorgliche Tötung der Tiere. Was nun die Aufhebung des Transportverbots angeht, müssten die Bauernhöfe und Transportfirmen aber strenge Auflagen erfüllen, betonte sie.

Die Landwirte in der Region prüfen derweil Schadenersatzklagen gegen zwei Forschungslabore, die in der Nähe der beiden ersten betroffenen Höfe liegen. „Wir haben im Auftrag unserer Mitglieder Rechtsanwälte beauftragt, aber es ist zu früh, um zu sagen, wie es weitergeht“, sagte Matt Davies von der Nationalen Bauernvereinigung NFU. Allerdings müsse zuvor eine Reihe von Fragen über die Herkunft der Viren geklärt werden.

Auch die Behörden schließen nicht mehr aus, dass das Virus entweder aus dem staatlichen Institut für Tiergesundheit (IAH) oder aus der Forschungseinrichtung Merial kommt, die vom US-Pharmakonzern Merck und dem französischen Unternehmen Sanofi-Aventis gemeinsam betrieben wird. In einem vorläufigen Bericht der Gesundheitsbehörden hieß es am Dienstag zudem, es sei eine „plausible Möglichkeit“, dass der Erreger durch den Menschen nach draußen getragen worden sei. Merial teilte indes mit, dass dies durch interne Ermittlungen nicht habe bestätigt werden können. Dass die jüngsten Überschwemmungen die Ausbreitung der Seuche verursacht haben könnten, scheint dagegen inzwischen ausgeschlossen.

Bauernvertreter Davies sagte nicht, wie hoch die Forderung nach Schadenersatz ausfalle. Nach Schätzungen der NFU verlieren die britischen Landwirte wegen der Exporteinschränkungen jeden Tag umgerechnet 2,7 Mill. Euro. Ein Ende ist derzeit nicht in Sicht: Die EU-Kommission beschloss am Mittwoch in Brüssel, das zu Wochenbeginn verhängte Ausfuhrverbot für Fleisch, Milch und lebende Tiere aus Großbritannien - Nordirland ausgeschlossen - zu verlängern. Am 23. August soll nun erneut über das Thema beraten werden. Zuvor hatten EU-Veterinäre über Schutzmaßnahmen gegen die Maul- und Klauenseuche beraten. Die Krankheit ist für den Menschen ungefährlich, unter Tieren aber hochansteckend. Das Virus kann mit dem Wind übertragen werden.

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