Verwechslung
Israel lässt falschen Terroristen frei

Die israelischen Streitkräfte wähnten sich schon im Kampf gegen die libanesische Hisbollag einen großen Schritt vorangekommen, als sie Hassan Nasrallah und drei Familienmitglieder sowie einen Nachbarn kurzzeitig festgenommen hatten. Die Enttäuschung war dann allerdings um so größer.

HB JERUSALEM. Denn wie sich heraus stellte, handelte es sich bei der gefassten Person um den örtlichen Gemüsehändler - und nicht um den Chef der schiitischen Hisbollah-Miliz. Israelische Streitkräfte nahmen die fünf Personen am 1. August in Baalbek fest, einer Hochburg der Hisbollah.

Sie gingen offenbar davon aus, dass die Familie mit dem Scheich verwandt sei und ihre Festnahme als Druckmittel dienen könnte, wie die israelische Anwältin Leah Tsemel erklärte. Sie erreichte am Montag die Freilassung aller fünf Festgenommenen. Die Familienmitglieder sagten der Anwältin, sie seien 24 Stunden lang allein zu möglichen Verwandtschaftsbeziehungen mit Scheich Nasrallah befragt worden. Dann hätten die Sicherheitskräfte aber bemerkt, dass die Familie keine politischen oder religiösen Verbindungen zu dem Scheich habe.

Die vier Familienmitglieder und der Nachbar wurden am Montagnachmittag nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zur libanesischen Grenze gefahren und freigelassen, wie Tsemel sagte. Zwei Tage nach dem Zwischenfall hatte Scheich Nasrallah den Fall mit zwei Worten kommentiert: „Falsche Identität“.

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