Verwüstungen durch Hagel
Unwetter fordern zwei Todesopfer

Heftige Unwetter haben im Westen und Südwesten Deutschlands für Verwüstungen gesorgt. Hagelschauer zerbeulten Autos und beschädigten Dächer, Blitze setzten Häuser in Brand - zwei Menschen kamen bei Aufräumarbeiten ums Leben. Und das Wetter mit Gewitterexplosionen hält erst einmal an.

HB Bochum/Frankfurt/Bad Wildungen. Überschwemmungen, zerstörerische Hagelschauer mit nahezu hühnerei-großen Körnern, Brände durch Blitze: Heftige Unwetter haben den Westen und Südwesten Deutschlands von Nordrhein-Westfalen bis Baden-Württemberg überzogen und schwere Schäden angerichtet. Örtlich fielen innerhalb kurzer Zeit mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter, wie der Deutsche Wetterdienst am Freitag berichtete.

In Krefeld am Niederrhein zerbeulte ein Hagelschauer mit Körnern in der Größe von Tischtennisbällen Autos und zerschlug die Scheiben von Autos und Dachfenstern. Im Kreis Neuss kamen zwei Rentner ums Leben. In Kaarst starb ein 73-Jähriger, nachdem er vor seinem Haus Wasser abgeschöpft hatte, im Keller. In Meerbusch war ein 66-jähriger ehemaliger Dachdecker nach einem Hagelschauer auf das Hausdach geklettert und wollte sich von seiner Frau Ziegel anreichen lassen. Plötzlich sackte er zusammen und starb.

Im Südwesten wurden in der Nacht zum Freitag Straßen von starken Unwettern überflutet und Bäume entwurzelt. Besonders betroffen waren der badische Raum, weite Teile von Rheinland-Pfalz und der Nordosten vom Saarland. In Baden-Württemberg ging ein Bauernhof nach Angaben der Polizei in Flammen auf, nachdem ein Blitz eingeschlagen hatte. In Freiburg fielen zahlreiche Ampeln aus, im badischen Neuried gab es einen Stromausfall. Im Saarland liefen Keller voll, Wassermassen drückten Kanaldeckel hoch und Schlammlawinen wälzten sich Dorfstraßen entlang. Bei der Feuerwehr in Trier gingen innerhalb einer Stunde allein 120 Notrufe ein.

Eine überflutete Bundesstraße in der Pfalz wurde auf einer Länge von mehreren Kilometern gesperrt, sagte ein Polizeisprecher in Kaiserslautern. Auch in Baden-Württemberg musste die Feuerwehr mehrere Landstraßen abriegeln, weil Schlamm, Geröll und umgestürzte Bäume sie blockierten. Die Räumarbeiten dauerten an vielen Orten bis in den frühen Morgen.

Bereits am Donnerstag waren heftige Regenschauer und Gewitter in Nordrhein-Westfalen, Hessen und im Osten von Rheinland-Pfalz niedergegangen. Mindestens zwei Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt. In Mönchengladbach krachte ein Regionalzug gegen einen umgekippten Baum.

Und bereits in der Nacht zum Donnerstag hatte es Nordhessen erwischt. In der Gemeinde Edertal lagen die Hagelkörner bis zu 20 Zentimeter hoch auf der Straße und mussten von der Straßenmeisterei mit einem Schneepflug beiseite geräumt werden, wie die Polizei am Donnerstag berichtete. Mehrere Autos wurden beschädigt. Durch den starken Regen wurden viele Keller überflutet. Geröll blockierte zeitweise die Fahrbahnen.

In den übrigen Landesteilen ist es weiter schwül-warm. Eine Abkühlung ist nach Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes vorerst nicht in Sicht. Landesweit steigt die Gewittergefahr, mit Ausnahme des Nordostens. Unterm Strich präsentierte sich der Frühling nach Einschätzung der Meteorologen aber gewöhnlich. Heftige Regenfälle und Gewitter gab es vor allem am Niederrhein: In Mönchengladbach liefen im hunderte Keller voll, das Wasser stand in manchen Straßen einen halben Meter hoch. Eine Frau betrat ihren Keller und erlitt beim Versuch, ein Elektrogerät auszustöpseln, einen Stromschlag. Sie musste im Krankenhaus behandelt werden.

Auf der Bahnstrecke zwischen Wickrath und Herrath fuhr ein Regionalexpress gegen einen umgestürzten Baum. Die 75 Bahnreisenden mussten wegen der heruntergefallenen Oberleitung aus Sicherheitsgründen zunächst im Zug bleiben und wurden später per Taxi weitertransportiert. Der Lokführer erlitt einen Schock und musste ärztlich behandelt werden. Nach Angaben des Wetterdienstes zog das Unwetter aus der Gegend von Aachen über den Kreis Düren und Viersen nördlich bis nach Kleve. An der Kläranlage in Jülich wurden in einer Stunde 41 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Diese Menge fällt dort sonst in einem halben Monat.

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