Vogelgrippe
H5N1 auch in Berlin und Mannheim

In Berlin und Mannheim ist der aggressive Vogelgrippe-Virus H5N1 (Typ Asia) in Vogelkadavern nachgewiesen worden.

HB BERLIN/NÜRNBERG. Das Friedrich-Löffler-Institut habe bei dem vor knapp zwei Wochen in Berlin gefundenen Mäusebussard das Virus festgestellt, teilte die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit am Freitag mit. Auch in einem aus Mannheim stammenden Kadaver eines Blesshuhns wies das Institut die hoch absteckende Variante des Virus nach. In beiden Städten wurden die Einschränkungen für Geflügeltransporte beibehalten.

Für ganz Berlin sollten sie bis mindestens 27. April weitergelten. Bis dahin darf kein lebendes Geflügel aus dem Berliner Stadtgebiet heraus und nur mit behördlicher Genehmigung innerhalb der Stadt transportiert werden. Der Mäusebussard war am 20. März tot aufgefunden worden. Da der genaue Fundort wegen einer Panne nicht mehr feststellbar war, musste das ganze Stadtgebiet zum Beobachtungsgebiet mit Einschränkungen für Geflügeltransporte erklärt werden.

In Teilen des Stadtkreises Mannheim und in Teilen der Nachbarstadt Ludwigshafen wurde nach Angaben des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums der Verdachtssperrbezirk in einen Sperrbezirk ohne Einschränkungen umgewandelt. Geflügelprodukte und Geflügel selbst darf nun nicht mehr in geflügelhaltende Betriebe gebracht oder von dort wegtransportiert werden. Die Schutzmaßnahmen sollen bis zum 21. April gelten.

Der Fund eines toten Schwans in einem Postpaket hat in Nürnberg für Aufregung gesorgt. Die Mitarbeiter eines Paketdienstes hatten die Sendung geöffnet, weil aus dem Paket Sekret ausgeflossen war. Das Tier war für einen Vogelgrippetest an das Erlanger Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gesendet worden, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag bestätigte. Es sei nicht vorschriftsmäßig als diagnostische Probe gekennzeichnet gewesen.

„Das war eine Schlamperei - das sollte so nicht sein“, sagte der Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums, Roland Eichhorn. Das Versenden mit einem Paketdienst sei den Vorschriften nach bei Vögeln ohne konkreten H5N1-Verdacht zulässig, jedoch müssten sie unbedingt als Proben gekennzeichnet sein. Der Flügel des Tieres sei gebrochen und habe die Hülle der Verpackung durchstoßen. Das bayerische Umweltministerium meldete am Freitag zwei neue Schwäne mit Vogelgrippe in Mittelfranken. Damit stieg die Gesamtzahl der Vogelgrippefälle in Bayern auf 40.

Um Ängsten wegen der Tierkrankheit entgegen zu wirken, wies die Internationale Bodenseekonferenz (IBK) in Konstanz darauf hin, dass Wassersportler auf dem Bodensee nicht durch die Vogelgrippe gefährdet seien. Obwohl einzelne Wasservögel das Virus in sich tragen könnten, sei die Infektionsgefahr für Menschen äußerst gering. Weltweit gebe es keine Hinweise darauf, dass die Erreger von Wildvögeln auf den Menschen übertragen werden.

Jordanien registrierte unterdessen die erste H5N1-Infektion bei Menschen. Es handle sich um einen Ägypter, der zwei Tage zuvor eingereist sei, teilte das Jordanische Gesundheitsministerium am Freitag mit. Er habe sich bereits in seinem Heimatland infiziert.

In Indonesien ist ein erst ein Jahr altes Mädchen das 23. Todesopfer durch die Vogelgrippe geworden. Tests in einem Labor der Weltgesundheitsorganisation bestätigten laut WHO eine Infektion des Kleinkindes in Jakarta mit dem aggressiven Virustyp H5N1.

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