Vom Monster zum sozial Behinderten
Dutroux hat Aura des Geheimnisvollen verloren

Der 100-tägige Prozess in Arlon hat den Hauptangeklagten Marc Dutroux von seinem Image als Monster, Manipulator und belgischen Staatsfeind Nummer eins weggeholt und ihn zu einem Pedanten und Lügner degradiert. Die Grausamkeit der Taten des Kinderschänders sind dadurch allerdings nicht gemindert.

HB ARLON. Die ihm vorgeworfenen Taten haben nichts von ihrem Grauen verloren, sind seither mit Bildern und Schilderungen und dem Ortstermin in Dutrouxs Gruselkeller noch greifbarer geworden. Doch der Hauptangeklagte hat die Aura des Geheimnisvollen verloren.

Ohne sichtbare Gefühlsregung saß Dutroux auch am Mittwoch, wenige Stunden vor seinem mit Spannung erwarteten Schlusswort, im Glaskasten der Angeklagten. Mit winziger Schrift machte der 47-Jährige sich Notizen. Wie meistens, wenn er nicht gerade mit näselnder Stimme auf Fragen des Gerichts antwortete oder in beleidigtem Tonfall die Aussagen mancher Zeugen korrigierte.

Dutroux schaute nicht einmal mehr hoch, als sein Verteidiger Ronny Baudewyn ihm am Mittwoch lebenslange Haft prophezeite. Selbst ohne einen Schuldspruch wegen Mordes an zweien seiner sechs Entführungsopfer und an dem Komplizen Bernard Weinstein werde kein belgischer Politiker mehr eine Haftentlassungsurkunde für Dutroux unterschreiben, meinte Baudewyn. Zuvor hatte der Anwalt seinen Mandanten als Psychopathen und sozial Behinderten beschrieben.

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