Vor Istanbul
Greenpeace besetzt Ölplattform

Spektakuläre Aktion von Greenpeace: Die Umweltorganisation hat vor der türkischen Küste eine Bohrinsel besetzt. Die „Leiv Eiriksson“ ist auf dem Weg zu Probebohrungen in der Arktis.
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Mit der Besetzung einer Ölbohrinsel haben Greenpeace-Aktivisten nahe der türkischen Stadt Istanbul gegen Tiefseebohrungen protestiert. Die Aktion hat nach Angaben der Umweltschutzorganisation das Ziel zu verhindern, dass die Plattform in die Arktis nach Grönland gebracht wird. Mit Schnellbooten hätten die elf Aktivisten die „Leiv Eiriksson“ am Freitag abgefangen und seien an Bord geklettert, wo sie ein Transparent mit der Aufschrift „Stoppt die Zerstörung der Arktis“ und „Überwindet Öl, Wählt Saubere Energie“ entrollt hätten.

Die Aktivisten seien darauf vorbereitet, die Plattform tagelang zu besetzen. Wegen des Wetter in der Polarregion gebe es für die dort geplanten Probebohrungen nur ein kleines Zeitfenster. Die von der schottischen Firma Cairn Energy betriebene Plattform war auf dem Weg von Istanbul in die grönländische Baffin-Bucht. Sie setzte ihren Weg Richtung Dardanellen mit den Aktivisten an Bord fort, wie eine Greenpeace-Sprecherin der Nachrichtenagentur AP sagte.

Die Aktivisten kamen aus Deutschland, Großbritannien, Dänemark, Kanada, Polen, der Slowakei, Österreich, Schweden und der Türkei. Greenpeace setzt sich nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vom vergangenen Jahr für ein Ende von Tiefseebohrungen ein. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, schlechtes Wetter und die abgelegene Lage der Arktis stellten bei Ölbohrungen eine große Gefahr dar, erklärte Greenpeace. Es könnte unmöglich sein, dort austretendes Öl aufzufangen und ein mögliches Leck zu schließen.

Cairn Energy erklärte, das Unternehmen folge einer Einladung der grönländischen Regierung und habe dort 2010 erfolgreich drei Quellen erschlossen. Cairns bemühe sich stets darum, seine Anlagen sicher und umsichtig zu betreiben. Zuletzt hatte die „Leiv Eiriksson“, eine der weltweit größten Ölbohrinseln, Probebohrungen nach Öl und Gas im Schwarzen Meer vorgenommen.

 

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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