Vorsichtsmaßnahme
Luxusschiff wegen Piratengefahr evakuiert

Aus Angst vor Piratenüberfällen vor der Küste Somalias hat sich der Kapitän des Hapag-Lloyd-Kreuzfahrtschiffes „MS Columbus“ zu einer drastischen Maßnahmen entschlossen. Er will alle Passagiere im Jemen an Land bringen und sie dann per Flugzeug nach Dubai ausfliegen lassen.

ap HAMBURG. Aus Angst vor Piratenüberfällen am Horn von Afrika werden die 246 Passagiere des deutschen Kreuzfahrtschiffes „Columbus“ evakuiert. Wie die Reederei Hapag-Lloyd am Dienstag mitteilte, handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Die Passagiere sollen in einem Hotel in Dubai untergebracht werden und dort warten, bis das 150-Meter-Schiff die Piratengewässer durchquert hat.

Die „Columbus“ befindet sich auf einer Weltreise. Von Genua geht die Fahrt durch den Suezkanal über Südostasien nach Südamerika und zurück nach Europa. Erst vor anderthalb Wochen startete das Schiff in Italien. Hapag-Lloyd hatte schon früher mitgeteilt, die Firma werde keine Passagiere durch den Golf von Aden befördern, solange eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für dieses Gebiet bestehe.

Die Reederei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, die zum TUI-Konzern gehört, bemühte sich nach eigenen Angaben um Geleitschutz bei der Bundesregierung, scheiterte aber damit.

Vor zwei Wochen vereitelte eine Fregatte der deutschen Marine im Golf von Aden einen Piratenangriff auf ein anderes deutsches Kreuzfahrtschiff. Die „Mecklenburg-Vorpommern“ der Marine stellte sich dabei zwischen zwei verdächtige Schnellboote und das Vier-Sterne-Schiff „Astor“. Als eines der Boote entgegen der Anweisungen des Marineschiffes die Geschwindigkeit erhöhte, feuerte die „Mecklenburg-Vorpommern“ Warnschüsse ab. Danach flüchteten die Schnellboote in jemenitische Hoheitsgewässer.

Hapag-Lloyd betonte, sie lasse „als einzige deutsche Kreuzfahrtreederei keine Schiffe mit Passagieren an Bord durch den Golf von Aden fahren“.

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