Vulkan Grímsvötn
Alle deutschen Flughäfen wieder offen

Die Aschewolke des Vulkans Grímsvötn gibt Deutschland frei: Die Flughäfen Hamburg, Berlin und Bremen sind nach stundenlanger Sperrung wieder geöffnet. Auch die Prognosen sind optimistisch.
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Frankfurt/London/ReykjavikDie Aschewolke aus Island hat am Mittwoch mehrere Hundert Flüge in Deutschland verhindert. Zehntausende Passagiere mussten ihre Reisepläne ändern. In Frankfurt/Main blieben Flüge nach Bremen und Hamburg am Boden, weil beide Flughäfen ihren Betrieb am Morgen einstellten. Der Berliner Luftraum wurde von elf Uhr an gesperrt, teilte die Deutsche Flugsicherung (DFS) in Langen mit.

Nach einer dreistündigen Sperrung hat die Deutsche Flugsicherung den Luftraum über Berlin am Mittwoch wieder freigegeben. Als erste rollte in Tegel wenige Minuten nach 14.00 Uhr eine Delta-Maschine nach New York auf die Startbahn, wie ein Flughafensprecher sagte. Ursache der Sperrung war die Vulkanaschewolke aus Island, die nun in Richtung Polen weiterzieht.

Die Flugraumsperrung über dem Hamburger Flughafen wurden ab 12.00 Uhr aufgehoben, in Bremen ging es bereits vorher weiter. Messungen ergaben unterdessen, dass die Vulkanasche in der Wolke aus Island ist nach weniger konzentriert als nach dem Ausbruch vom vergangenen Jahr. Das teilte der Physiker Cornelius Schiller vom Forschungszentrum Jülich am Mittwoch mit. „Man kann im Vergleich zu den Bildern, die wir im letzten Jahr gemacht haben, ablesen, dass die Konzentrationen nicht so hoch sind“, sagte Schiller nach Messungen mit dem Lasersystem LIDAR in Schleswig-Holstein. Wie viel schwächer die Wolke sei, könne er noch nicht sagen. „Da müssen wir genauer in die Daten reingucken“, sagte Schiller.

Die Aschewolke zieht nach Nordosten. „Am Nachmittag wird sich die Zone mit mäßiger und hoher Aschekonzentration in den Nordosten Deutschlands verlagern“, hieß es am Mittwoch auf der Homepage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach. Eine Zone mit geringer Konzentration erstrecke sich über das südliche Niedersachsen und Sachsen-Anhalt bis nach Brandenburg. „Der Süden und Westen Deutschlands sind weiterhin nicht von der Aschewolke betroffen.“

In der Nacht zum Donnerstag kommt der Wind voraussichtlich aus Südwest, sagte Meteorologin Johanna Anger. Die Zone mit der mäßigen bis hohen Aschekonzentration ziehe dann zur Ostsee und nach Polen ab. Aschereste, die im Norden und Osten bleiben, würden im Laufe der Nacht weiter verdünnt.

Die Lufthansa rechnete wegen der Aschewolke mit 150 Flugausfällen. Betroffen seien An- und Abflüge an den Flughäfen Hamburg, Bremen und Berlin, erklärte ein Sprecher der größten deutschen Fluggesellschaft am Morgen in Frankfurt. Insgesamt wickle die Lufthansa täglich 2000 Flüge ab.

Es wurde auch befürchtet, dass die Aschewolke den Ausfall von mehr als 1000 Flügen in Norddeutschland zur Folge haben könnte. Diese Schätzung nannte die Europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol am Mittwoch auf Anfrage in Brüssel. Allein an den bereits geschlossenen Flughäfen Bremen und Hamburg würden 600 Flüge annulliert. Berlin zähle täglich 530 Flüge. „Die Zahl wird letztlich davon abhängen, wie schnell die Wolke weiterzieht“, sagte eine Sprecherin.

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