Wasserproben genommen
Todesserie in Darmstädter Altenheim

In einer rätselhaften Todesserie sind seit vergangenem Mittwoch in einem Darmstädter Altenheim sieben Menschen an einem noch unbekannten Erreger gestorben. Nach Mitteilung des Darmstädter Magistrats vom Montag sind weitere 17 der 152 Heimbewohner erkrankt.

HB/dpa DARMSTADT/WIESBADEN. Sie leiden unter hohem Fieber und Atemnot und kamen in Krankenhäuser. Das Robert Koch-Institut in Berlin registrierte im August auch eine Häufung von Todesfällen in Altenheimen von Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen. „Genaue Zahlen und Ursachen können wir aber noch nicht nennen“, sagte Sprecherin Susanne Glasmacher am Montag.

Das Gesundheitsamt habe Wasserproben in dem Darmstädter Heim genommen, um sie auf Legionellen zu untersuchen, sagte die Referatsleiterin für Infektionskrankheiten im hessischen Sozialministerium, Angela Wirtz. Ergebnisse gebe es dazu frühestens am Dienstagmittag. Eine Lebensmittelvergiftung sei nach den Symptomen unwahrscheinlich. Die Menschen seien nicht auf einmal, sondern über Tage verteilt erkrankt.

Von den Erkrankten wurden außerdem Blutproben genommen und auf Viren oder Bakterien untersucht. Sicherheitshalber werde bis zur Klärung der Todesfälle im Heim kein Leitungswasser mehr getrunken. Nach Angaben der Stadt wird auch untersucht, ob die große Hitze im Zusammenhang mit den Todesfällen stehe.

Heimbewohner sagten am Montag, sie seien nicht informiert worden, hätten aber beobachtet, dass immer wieder Särge aus dem Haus getragen wurden. Das Klinikum Darmstadt, zu dem das Heim organisatorisch gehört, wollte die Todesfälle ebenso wenig kommentieren wie die Heimleitung. Nach Mitteilung der Stadt wurden die behandelnden Ärzte der Heimbewohner schriftlich informiert.

Legionellen sind Bakterien, die sich bei rund 50 Grad schnell vermehren und vor allem bei geschwächten Menschen lebensbedrohliche Erkrankungen hervorrufen können. Bei 65 Grad werden fast alle Bakterien getötet. Geprüft werde auch, ob durch einen Fehler in der Warmwasseraufbereitung des Altersheims das Wasser nicht ausreichend erhitzt wurde, sagte Wirtz. Dagegen spreche aber, dass in drei verschiedenen Gebäudeteilen mit unterschiedlichen Warmwasseranlagen Menschen erkrankt seien.

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