Wegen Beihilfe
Ex-Terroristin Becker im Mordfall Buback verurteilt

Die frühere RAF-Terroristin Verena Becker muss wieder hinter Gitter: Das Oberlandesgericht Stuttgart befand die 59-Jährige für schuldig, 1977 an der Ermordung von Generalbundesanwalt Buback beteiligt gewesen zu sein. Es blieb aber unter dem von der Anklage geforderten Strafmaß.
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Stuttgart35 Jahre nach dem Mordanschlag auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback ist die frühere RAF-Terroristin Verena Becker vom Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart nach mehr als anderthalb Jahren Prozessdauer wegen Beihilfe zu dem Attentat zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Davon gelten zwei Jahre und sechs Monate bereits als vollstreckt, wie der Vorsitzende Richter Hermann Wieland am Freitag bei Bekanntgabe des Urteils sagte.

Becker habe die Täter wissentlich und wesentlich in ihrer Tatabsicht bestärkt, sagte Richter Wieland. Sie habe in der sogenannten zweiten RAF-Generation eine führende Funktion innegehabt. Über die geplanten Anschläge sei im Kollektiv der Roten Armee Fraktion (RAF) abgestimmt worden. Ende 1976 habe die Angeklagte „unter bestimmender Mitwirkung“ bei einem RAF-Treffen in den Niederlanden den Beschluss mitgefasst, Buback so schnell wie möglich zu ermorden. Dabei habe auch Einigkeit bestanden, dass die Begleitpersonen nicht überleben durften, sagte Wieland.

Die Bundesanwaltschaft hatte wegen Beihilfe zum Mord eine Haftstrafe von viereinhalb Jahren für die heute 59-Jährige gefordert. Zwei Jahre davon sollten wegen des früheren Urteils angerechnet werden. Von ihrem ursprünglichen Anklagevorwurf der Mittäterschaft war die Bundesanwaltschaft abgerückt. Die Anklage hält Becker nicht für die Todesschützin. Becker hatte vor Gericht eine Beteiligung an dem Attentat bestritten. Bei dem Terroranschlag kamen damals Buback und seine beiden Begleiter ums Leben.

Nach Überzeugung des Senats hat die damalige RAF-Terroristin die Entscheidung, Buback und seine zwei Begleiter zu töten, im Beisein der späteren Täter unterstützt und die Täter in ihrer Entscheidung „wissentlich und willentlich“ beeinflusst. Darüber hinaus habe jedoch nicht nachgewiesen werden können, dass Becker an der Tatausführung und an sonstigen Vorbereitungen beteiligt war, sagt der Vorsitzende Richter Hermann Wieland.

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Buback spricht von „gravierenden Mängeln“

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  • Alles überprüft. Das sind nur weitere Behauptungen ihrerseits. Ohne Gehalt.

  • Also erstmal das stumpfe Messer beiseite legen. Und ja: Massenhaft, und täglich kommen weitere Skandale hinzu: Massenmörder und Vergewaltiger werden entschädigt (stand sogar im HB) und sogar freigelassen (EU, BVG,eine Fülle von Zeitungs- und Fernsehberichten) und bekommen Therapien und Personenschutz, statt kastriert und eingesperrt zu werden, während die vor Angst irre werdenden Opfer, vom Täter zuweilen noch verhöhnt, weder einen Personenschutz noch eine ausreichende Therapie erhalten. Jugendliche Schwerstkriminelle, meist mit "Migrationshintergrund", bekommen Bewährung, um sich gleich wieder auf das nächste Opfer stürzen zu können, trotz üppiger Ausstattung mit Betreuern, die dann noch mit ihnen luxuriös in den Sommerurlaub fahren. Und Diebe können nach kurzer Verhaftung gleich wieder gehen. Googlen hilft auch hier oder das Lesen der Gerichtsurteile oder Gespräche mit der Polizei oder mit dem Weißen Ring. Fall Reemtma: Recherchieren hilft. Nicht immer Infos anfordern, sondern selbst mal den Hintern heben und rechercheren.

  • Selbstimmunisiert, vernagelt und dumm.

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