Weiter Unklarheit über Lösegeld-Verhandlungen
Sechs Sahara-Geiseln möglicherweise sehr krank

Im monatelangen Geiseldrama in der Sahara herrscht weiterhin Unklarheit über mögliche Lösegeldverhandlungen. Die Bundesregierung unternehme alles, um das Leben und die Unversehrtheit der Geiseln zu gewährleisten, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. Dies habe „oberste Priorität“.

HB/dpa BERLIN. Im Interesse der Betroffenen könne sich die Bundesregierung weiterhin nicht zu Einzelheiten äußern. Nach Fernsehberichten fordern die Entführer für die Freilassung der Europäer ein Millionen-Lösegeld. Über politische Forderungen der Geiselnehmer ist bislang nichts bekannt geworden.

In der Gewalt der islamistischen Gruppe GSPC im Norden Malis sind noch neun Deutsche, vier Schweizer und ein Niederländer. Sechs der Geiseln seien sehr krank und benötigten eine rasche Behandlung, schrieb die algerische Tageszeitung „El Watan“ am Montag unter Berufung auf Vermittler. „Die Entführer wollen auf ihrer Lösegeldforderung bestehen, selbst wenn sie im Grunde wissen, dass sie anschließend nirgendwohin können. Nach unserem Eindruck sind sie bereit, mit dem Lösegeld zu sterben“, zitierte die Zeitung einen der Vermittler aus Tessalit, etwa 80 Kilometer von der algerischen Grenze entfernt in Mali. Dort sollen sich die Entführer mit ihren Geiseln versteckt halten.

Die Augsburgerin Michaela Spitzer war Ende Juni 46-jährig in der Wüste gestorben. Zu den Vorwürfen ihres Ex-Ehemanns, Berlin habe Chancen zur Befreiung der Geiseln verpasst, sagte die Sprecherin, das Auswärtige Amt habe Verständnis für die schwierige Lage der Angehörigen. In der Sache seien die Vorwürfe aber nicht berechtigt. Die Bundesregierung habe alles unternommen, um den Geiseln zu helfen. Ende Februar und Anfang März waren 32 europäische Abenteuer- Urlauber in mehreren Gruppen in der Sahara entführt worden. 17 Geiseln wurden im Mai befreit. 15 Urlauber verschleppten die Entführer von Algerien nach Mali. Die Augsburgerin starb Ende Juni an einem Hitzschlag.

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