Weltjugendtag in Köln
Teure Pilgerfahrt in ein schönes Deutschland

Sie sind die frommsten und den Pilgern: Junge Christen aus den katholischen Hochburgen in Süd- und Mittelamerika, aus Afrika und aus dem Südosten Asiens. Doch sie sind es auch, die nicht so viel Geld besitzen wie ihre Glaubensbrüder in den Industriestaaten. Dennoch wollten sie nicht so lange warten, bis der neue Papst auch ihre Länder besucht. So reisten sie nach Deutschland.

kr KÖLN. Umgerechnet mehr als 2000 Euro hat Dimitrio für seine Reise bezahlt. Sein Kumpel Ramon ebenso. Beide kommen aus dem Norden Mexikos, aus der Grenzstadt Tijuana. Während Ramon das Geld für die Pilgerfahrt selbst auftreiben musste, hat es Dimitrio geschenkt bekommen. Der 29-Jährige ist angehender Priester, sein Seminar hat die Kosten für ihn übernommen. Das Teuerste sei der Flug gewesen, sagt Dimitrio. Drei Stunden von Tijuana nach Mexiko-Stadt, dann neun Stunden über den Atlantik nach Frankfurt.

Seit einer Woche sind sie bereits in Deutschland. Und auch nach dem Ende des Weltjugendtages am Sonntag werden sie noch ein paar Tage dran hängen. "Wenn wir schon einmal in Europa sind, dann fahren wir auch nach Rom", meint Dimitrio. Erst am 29 August fliegen die beiden wieder zurück nach Mexiko.

Wie Dimitrio und Ramon machen es viele Pilger. Gekommen sind sie zwar wegen des Weltjugendtages und um ihren neuen Papst zu sehen. Sie sind aber auch an Deutschland interessiert und wollen die Kultur des Landes näher kennenlernen. So hängen viele nach dem Pilgertreffen in Köln noch ein paar Tage Urlaub dran, oder sie sind schon eher nach Deutschland gekommen.

So wie Therrol aus Trinidad und Tobago. Er und seine Freunde waren bereits seit zwei Wochen in einem Zeltlager in Trier, ehe sie nach Köln kamen. "Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt", meint der 19-Jährige. "Nicht nur wegen des Platzes, sondern auch wegen der Menschen, die wir dort getroffen haben." Beim Abschied haben einige seiner Freunde sogar ein paar Tränen vergossen, sagt er.

Freunde von ihm, die beim vergangenen Weltjugendtag in Toronto waren, hätten ihn ermutigt, zum Treff der christlichen Jugend zu fahren, meint Therrol, für den es die erste Reise nach Europa ist. Um die Reiskosten von 1 900 Euro zusammen zu bekommen, musste die Gruppe aus der Karibik lange sparen. "Wir haben mehrere Basare organisiert und verschiedene Sachen verkauft", sagt Therrol. Ein bißchen Geld spendete die katholische Gemeinde. "Und ein paar Sponsoren hatten wir auch", gibt Therrol zu.

Valotta und Lorena aus Italien brauchten keine Sponsoren, um ihre Fahrt nach Deutschland finanzieren zu können. 300 Euro kostet ihre Reise, die am vergangenen Wochenende begann und sie zunächst nach Bergen auf der Insel Rügen führte. "Danach haben wir Berlin besucht", sagt Lorena, die in Mailand Medizin studiert. Seit Montag sind die Mädchen in Düsseldorf. Für sie geht es am Montag wieder zurück nach Italien.

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