Wiesbaden
An Darmkeim erkrankte Frühchen geht es wieder besser

Die Eltern können aufatmen: Den zwei an einem gefährlichen Darmkeim erkrankten Frühchen in Wiesbaden geht es wieder besser. Die Intensivstation für Frühgeborene bleibt aber weiterhin geschlossen.
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WiesbadenDie zwei an einem gefährlichen Darmkeim erkrankten Frühchen in Wiesbaden sind nach Angaben des Krankenhauses auf dem Weg der Besserung. Weitere sieben Babys, bei denen der Keim nachgewiesen worden war, seien weiterhin ohne Infektionserkrankung, teilten die Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) am Freitag mit. Die Intensivstation für Frühgeborene war Anfang der Woche geschlossen worden, nachdem der Keim entdeckt worden war.

Nach den bisherigen Erkenntnissen hat wahrscheinlich eine Mutter den Erreger eingeschleppt, der bei geschwächten Frühgeborenen eine schwere Blutvergiftung auslösen kann. 2011 waren in einer Bremer Klinik drei Frühgeborene nach Infektionen gestorben.

Die Räume der Station wurden einer umfassenden Reinigung unterzogen. Wann dort die Behandlung der kleinen Patienten wieder aufgenommen werden kann, steht der HSK zufolge noch nicht fest. Insgesamt mehr als 50 Mitarbeiter und 17 Eltern seien als mögliche Träger des Keims untersucht worden, bislang ohne weiteren Treffer.

Fachleute fordern unterdessen Antibiotika-Experten, um gefährliche Keime in Kinderkliniken zu verringern. „Wir brauchen in der Kinderheilkunde zusätzliche Infektiologen, um das zunehmende Resistenzenproblem in den Griff zu kriegen“, sagte Johannes Liese von der Uni-Kinderklinik Würzburg im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Er forderte eine erweiterte Ausbildung für Mediziner, die auch von Ärztekammern anerkannt wird. Vom nächsten Donnerstag (25. April) an treffen sich etwa 400 Experten der Kinderheilkunde in Würzburg zum dreitägigen bundesweiten Kongress „Infektionen bei Kindern“.

Ein Grundproblem sei, dass heute in Kliniken und Arztpraxen Antibiotika häufig zu schnell und wenig überlegt eingesetzt würden, sagte Liese. Der Anteil multiresistenter Bakterienstämme nehme daher zu. Diese Keime sind so gefährlich, weil sie kaum oder gar nicht auf die üblicherweise verwendeten Antibiotika reagieren.

Auf den Stationen für Frühgeborene sei das Problem besonders groß. „Deren Risiko, an einem multiresistenten Keim zu erkranken, ist ungleich höher. Daher sind besondere hygienische Maßnahmen, eine engmaschige Überwachung und im Falle von Infektionen eine adäquate Therapie nötig“, sagte der Professor für Kinderheilkunde.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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