Winterchaos
Deutsche Flughäfen streichen Flüge

Das frostige Wetter hat Deutschland weiter fest im Griff. Am Frankfurter Flughafen müssen 40 Flüge am heutigen Freitag gecancelt werden, auch Berlin meldet Annulierungen. Und es könnte noch dicker kommen.
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HB FRANKFURT. Wegen des Winterchaos der vergangenen Tage müssen am Frankfurter Flughafen am Freitag 40 Flüge gestrichen werden.Zudem muss mit Verspätungen gerechnet werden. „Am Donnerstag mussten insgesamt 480 Annullierungen vorgenommen werden“, sagte der Sprecher des Flughafenbetreibers, Gunnar Scheunemann, der Nachrichtenagentur dpa in der Nacht.

Die Ausfälle betreffen Maschinen, die nicht starten und wieder zurückfliegen konnten. Durch die Schneefälle waren zuvor die Landebahnen zeitweise ausgefallen. „Es könnten noch mehr Flüge am Freitag gestrichen werden“, sagte Scheunemann. Gesperrt war der Flughafen wie am Mittwoch nicht. „Alle Bahnen sind offen.“

Auch der Berliner Flughafen meldet Ausfälle. Alle EasyJet-Flüge am Freitagvormittag vom Berliner Flughafen Schönefeld aus sind gestrichen. Das teilte die Fluggesellschaft am frühen Morgen mit. Grund sei der Mangel an Enteisungsmitteln. Der vorerst letzte Easyjet-Flug, der von Schönefeld gestrichen wird, ist ein Flug nach Barcelona um 8.40 Uhr. Betroffen sind aber auch Flüge nach Schönefeld, etwa aus Amsterdam, Paris oder Brüssel. EasyJet empfiehlt Passagieren dringend, sich im Internet unter www.easyJet.com über die aktuelle Situation ihrer Flüge zu informieren. Bei Flugausfällen bietet easyJet Fluggästen eine kostenlose Umbuchung im Internet oder die Rückerstattung des Flugpreises an.

Ob auch weitere Airlines betroffen sind, sei derzeit reine Spekulation, sagte Flughafensprecher Leif Erichsen der Nachrichtenagentur dapd auf Anfrage. „Wir warten stündlich auf neue Enteisungsmittel“, versicherte Erichsen. Zur Lage am Airport werde es am frühen Morgen ein Meeting aller Verantwortlichen geben.

Zehntausenden Menschen in Europa durchkreuzte Schnee und Eis bereits am gestrigen Donnerstag die Reispläne. Am Frankfurter Flughafen fiel etwa jeder vierte Flug aus, in Berlin jeder dritte. In Schottland rückten Soldaten zum Schneeschippen aus. In Frankreich riet das Innenministerium davon ab, im Großraum Paris überhaupt noch mit dem Auto zu fahren. In Luxemburg blieben die Schulen geschlossen.

In Deutschland behinderte der Schnee vor allem in einem Streifen vom Saarland über Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordbayern, Thüringen und Sachsen massiv den Verkehr. In Thüringen hatten die Menschen in etwa 30 Orten keinen Strom mehr, am Abend waren noch 15 Dörfer betroffen. Bäume waren unter ihrer Schneelast zusammengebrochen und hatten die Leitungen zerrissen. Bei Tausenden funktionierte daraufhin auch die Heizung nicht. Die Feuerwehr bereitete Evakuierungen vor. Bei der Suche nach zerrissenen Leitungen wurden Hubschrauber eingesetzt.

Deutschlands größter Airport, der Flughafen Frankfurt, wurde in der Nacht für vier Stunden geschlossen. Mehr als 2000 Passagiere verbrachten die Nacht in den Terminals auf Feldbetten. Knapp 900 strandeten nach Umleitungen auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen, etwa 700 in München. Auf einigen Flughäfen wurde das Enteisungsmittel knapp.

Eine Schließung auch am heutigen Freitag ist aber nicht vorgesehen, heißt es derzeit.

Auf den Straßen krachte es derweil hunderte Male. Meist blieb es bei Blechschäden. Erneut blieben etliche Lastwagen liegen. Es bildeten sich lange Staus, die sich auf mehrere Hundert Kilometer summierten. Auf der Autobahn 9 (Nürnberg-Berlin) in Thüringen mussten hunderte Autofahrer die Nacht in ihren Wagen verbringen. Auch auf der A7, die nahe Fulda zeitweise gesperrt war, harrten Hunderte bei Minusgraden aus.

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