Wirbelsturm hat neue Kraft gewonnen
Hurrikan „Ike“ nimmt Kurs auf Kuba

Mit großer Wucht ist in der Nacht zum Sonntag ein weiterer Hurrikan über die Karibik gezogen. Das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA stufte "Ike" am Samstag erneut zu einem Hurrikan der Kategorie vier hoch. Nun bedroht der Wirbelsturm Kuba.

HB HAVANNA/WASHINGTON. Der als gefährlich eingestufte Hurrikan "Ike" hat in der Nacht zum Sonntag die zu Großbritannien gehörenden Turks- und Caicosinseln erreicht. Der Wirbelsturm hatte sich zuvor nach Angaben des Hurrikanzentrums in Miami über dem Meer verstärkt und entwickelte in seinem Zentrum Windgeschwindigkeiten von 215 Kilometern in der Stunde. Nach diesen Angaben wird der Sturm seinen Zug von Osten nach Westen über Kuba fortsetzen und dann südlich von Florida in den Golf von Mexiko vordringen. Im Süden Floridas und auf Kuba hatten am Samstag wegen des herannahenden Hurrikans erste Vorbereitungen zur Evakuierung von Städten und Dörfern begonnen.

Dieses Mal verschont blieb Haiti, dessen Einwohner den Kurs von "Ike" angstvoll beobachtet hatten. In dem ärmsten Land Amerikas, das zuvor schon von den Wirbelstürmen "Hanna" und "Gustav" heimgesucht wurde, war die Lage auch am Samstag katastrophal. In Haiti sind nach offiziellen Angaben von Samstag mehr als 136 Menschen umgekommen. Rund 600 000 Bewohner seien direkt von der Katastrophe betroffen, die von den Wirbelstürmen und sintflutartigen Regengüssen ausgelöst worden war.

Lastwagen der UN, die Hilfe in die überflutete Küstenstadt Gonaïves bringen wollten, mussten angesichts der Wassermassen umkehren. Die Stadt war auf dem Landweg nur von Norden her erreichbar. Nach einem Bericht des Kindernothilfe-Koordinators in Haiti, Alinx Jean-Baptiste, ist die Lage aber auch im Süden des Landes dramatisch: "Die Situation ist noch schlimmer als nach dem Hurrikan "Jeanne" im Jahr 2004", berichtete Jean-Baptiste nach Angaben der Kindernothilfe. "Diesmal kommen die Helfer einfach nicht zu den Überschwemmungsopfern durch."

Unterdessen zog Tropensturm "Hanna" in der Nacht zum Sonntag nach Nordosten. Er hatte in der Nacht zum Samstag abgeschwächt die US- Küste erreicht. Die Stromversorgung für mehr als 100 000 Menschen an der US-Ostküste brach am Samstag wegen des Tropensturms zusammen. Insgesamt etwa 2000 Menschen seien an verschiedenen, vom Unwetter und Überflutungen besonders bedrohten Orten vorsorglich in Notunterkünfte gebracht worden, berichtete der US-Sender CNN.

Am Samstagnachmittag erreichte "Hanna" Maryland und die Hauptstadt Washington, der Sturm sollte dann rasch weiter Richtung New York und der New-England-Staaten im Nordosten der USA ziehen, berichtete das Hurrikanzentrum in Miami. Abgesehen von einigen lokalen Überflutungen nach den starken Regenfällen und des Hochwassers hat der Sturm laut CNN auf seinem Weg entlang der Ostküste kaum schweren Schäden verursacht.

Trotz aller Warnungen nutzen dem Bericht zufolge einige Surfer vor den Küste Marylands die bewegte See mit vier Meter hohen Wellen zum gefährlichen Ritt übers Meer.

Einige Dutzend Flüge von Flughäfen an der Ostküste - so von dem Ronald Reagan-Flughafen in Washington - seien wegen der Stürme gestrichen worden. Bei den Tennismeisterschaften der US Open wurden für den Samstag angesetzte Partien auf den Sonntag aufgeschoben.

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