Wirbelsturm
„Ida“ nimmt Kurs auf US-Küste

Vom Hurrikan zum Tropensturm: Nach seinem zerstörerischen Zug über El Salvador hat sich der Wirbelsturm "Ida" auf seinem Weg in Richtung der Öl- und Gasförderanlagen im Golf von Mexiko abgeschwächt. Die Hurrikan-Warnung für die US-Südküste zwischen Louisiana und Florida einschließlich New Orleans wurde aufgehoben.
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HB SAN SALVADOR/HOUSTON. In dem mittelamerikanischen Land hatte er als Hurrikan schwere Regenfälle gebracht sowie Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst. Dabei kamen 124 Menschen ums Leben. Am Montag stuften die US-Behörden "Ida" zunächst auf die niedrigste Hurrikan-Stärke eins und später zum Tropensturm herunter. Daraufhin wurde die Hurrikan-Warnung für die US-Südküste zwischen Louisiana und Florida einschließlich New Orleans aufgehoben.

Es wurde damit gerechnet, dass der Sturm am Dienstagmorgen auf das Festland der USA treffen dürfte. Louisiana rief den Notstand aus, um die Armee und zusätzliche Helfer für die Schutzmaßnahmen mobilisieren zu können. 2005 war in dem Bundesstaat die Großstadt New Orleans schwer vom Hurrikan "Katrina" getroffen worden, dessen Folgen bis heute sichtbar sind.

Im Golf von Mexiko evakuierten Ölkonzerne einige Bohrinseln wegen "Ida", der als erste schwere Bedrohung der dortigen Öl- und Gasanlagen in der diesjährigen Hurrikan-Saison galt. Mehrere Tanker wurden wegen schweren Seegangs gestoppt. Dies nährte Sorgen vor Versorgungsunterbrechungen. Der Ölpreis legte um rund 1,80 Dollar auf über 79 Dollar je Fass zu. Die USA beziehen ein Viertel ihres Ölbedarfs und 15 Prozent ihres Gasbedarfs von den Förderanlagen im Golf. Zudem befinden sich der Golfküste 40 Prozent der US-Raffineriekapazitäten.

In El Salvador sprach Präsident Mauricio Funes am Sonntag von einer nationalen Tragödie. Die starken Regenfälle ließen Flüsse über die Ufer treten und Schlammlawinen ins Tal rutschen. Zahlreiche Häuser wurden mitgerissen. Im bergigen Landesinnern waren einige Gebiete von der Außenwelt abgeschnitten. Die für das Land wichtige Kaffee-Ernte dürfte aber weitgehend gerettet sein. Der Großteil der Plantagen liegt weit entfernt von den Gebieten, die der Hurrikan traf. Allerdings wollte sich der nationale Kaffeeanbau-Verband noch nicht zu Ernteausfällen äußern. Nach El Salvador zog "Ida" zunächst noch mit Hurrikan-Stärke zwei am mexikanischen Urlaubsort Cancun vorbei, verursachte dort aber nur geringe Schäden.

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