Wissenschaft „Monsterologie“
Den Ungeheuern auf der Spur

Die Angst vor Monstern ist so alt wie die Menschheit selbst. Kein Wunder, dass sich auch die Wissenschaft der Erforschung des Ungeheuren widmet. Weltweit einmalig dürfte allerdings der „Monsterologe“ der Uni Köln sein.
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KölnAuf den ersten Blick wirkt das Büro von Matthias Burchardt ganz normal. Ein Bücherregal an der Wand, am Fenster ein Computer, Papierstapel auf den Tischen. Schnell entdeckt der Besucher aber auch anderes: Arme von Schaufensterpuppen in der Ecke und an der Wand skurrile Fotos. Die Büroeinrichtung des Bildungsphilosophen ist exzentrisch - genauso wie sein bevorzugtes Forschungsfeld: Burchardt bezeichnet sich als Monsterologe.

Dabei geht es, wie er betont, nicht nur um Fabelwesen, Krümelmonster oder King Kong: „Das Monster ist ein Vergrößerungsglas auch für kulturelle Gemütslagen und Weltdeutungen.“ Während er das sagt, drückt er ein Kuschelmonster an sich.

Ein Monster kann alles Mögliche sein, nur nicht normal. Es ist vor allem deshalb Monster, weil es anders ist und von der Norm abweicht. „Jesus war in den Augen seiner Zeitgenossen ein Monster, weil er einer bestimmten alten Ordnung versucht hat, ein Ende zu bereiten. Er wurde dafür hingerichtet.“

Burchardt ist Bildungsforscher am Pädagogischen Seminar der Uni Köln. Vor einem Jahr entschloss er sich, Monster zu seinem Spezialgebiet zu machen. „Anlass dafür war meine kindliche Neugierde und die eigene Faszination am Thema, nicht zuletzt angefacht durch Bücher und Filme, mit denen meine Kinder mich in Kontakt gebracht haben“, erklärt der 44-jährige.

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