Zibetkatze gilt in Südchina als Delikatesse
Experten vermuten SARS-Ursprung bei Zibetkatze

Der Erreger der lebensgefährlichen Lungenkrankheit SARS könnte von der wild lebenden Zibetkatze stammen. Wissenschaftler in Südchina und Hongkong hielten es am Freitag für möglich, dass das Coronavirus von dem exotischen Tier, das in Südchina als beliebte Delikatesse verspeist wird, auf den Menschen übertragen worden ist.

HB/dpa PEKING. Das chinesische Staatsradio zitierte Zhuang Zhixiong vom Gesundheitsamt in der Südprovinz Guangdong, dass Proben von drei der sechs getesteten Zibetkatzen einen Vorläufer des Erregers gezeigt hätten, der das Schwere Akute Atemwegssyndrom (SARS) auslöst.

Der Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Peking, Bob Deitz, sagte, es sei „zu früh“, um die Ergebnisse zu kommentieren. „Es hat immer die Möglichkeit einer Übertragung von Tieren gegeben.“ Die WHO wolle erst die detaillierte Forschungsarbeit der Hongkonger und Wissenschaftler in Südchina sehen, um die Schlüsse zu überprüfen. Die Lungenkrankheit, die weltweit mehr als 8 000 Menschen angesteckt und fast 700 getötet hat, war im November erstmals in Guangdong entdeckt worden. Die Südprovinz ist bekannt für seine exotischen Tiere, die als Spezialität verzehrt werden. Anfang des Monats hat die südchinesische Metropole Shenzhen alle Handelslizenzen ausgesetzt.

Zuvor war bereits mehrfach darauf hingewiesen worden, dass sich zunächst vor allem Händler wilder Tiere angesteckt hätten. Auch gab es Hinweise auf einen Koch eines Restaurants für Wildspezialitäten, der einer der ersten SARS-Fälle gewesen sein soll.

Zibetkatzen gehören zu den Schleichkatzen. Sie leben vorwiegend am Boden in Afrika südlich der Sahara sowie in Süd- und Südostasien. Ihr Fell hat meist eine gelbgraue Grundfarbe und zahlreiche dunklen Flecken, die oft streifenförmig angeordnet sind. Sie fressen Kleintiere und Früchte.

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