Zweite Grippe-Welle droht
Schulen machen gegen Schweinegrippe mobil

Die Schulen in Deutschland haben sich im Kampf gegen die Schweinegrippe gerüstet. Zu den Pflichten vieler Schüler gehört künftig regelmäßiges Händewaschen. Und zur Freude zumindest der Lehrer gibt es dafür nun endlich wieder Seife. Trotz sinkender Grippe-Fälle gibt es keine Entwarnung. Das Robert Koch-Institut (RKI) warnte, eine zweite Welle im Winter sei wahrscheinlich.

HB HAMBURG. In neuen Broschüren und Infoblättern für Lehrer, Eltern und Kinder informieren die Behörden über die Vorbeugemaßnahmen, wie eine bundesweite Umfrage der Agentur dpa am Mittwoch ergab.

Die Berliner Gesundheitsverwaltung rät für die ersten Schultage zu „Schweinegrippen-Stunden“, in denen im Unterricht über Infektionskrankheiten und Hygienemaßnahmen gesprochen wird. Zu den Tabus für die Pennäler gehören Anhusten und Anniesen. Klassenzimmer sollen viermal täglich bis zu zehn Minuten gelüftet werden. Von einem Mundschutz für Schüler und Lehrer raten Gesundheitsexperten aber ab. Kinder, die mit Grippesymptomen wie plötzlichem hohen Fieber, Husten, Schnupfen, Kopf- und Halsschmerzen in die Schule kommen, sollen sofort von ihren Klassenkameraden isoliert und von ihren Eltern abgeholt werden.

„In den Ärmel husten“, riet Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) den Mädchen und Jungen. Schwangere Lehrerinnen und Schülerinnen sollten sieben Tage zu Hause bleiben, falls an ihrer Schule ein Schweinegrippefall bekanntgeworden ist. Die Träger können in Absprache mit örtlichen Gesundheitsämtern entscheiden, eine Schule zu schließen, falls viele Erkrankungen den Unterricht unmöglich machen. Der Minister forderte Schulen mehrfach auf, für ausreichend Seife und Papierhandtücher zu sorgen. In einigen Klassen hielten Lehrer nach den Sommerferien die Seife hoch und frotzelten: „Wir haben jetzt etwas, was es hier noch nie gab.“

Das Robert Koch-Institut (RKI) warnte indessen, eine zweite Welle der Neuen Grippe im Winter sei wahrscheinlich. RKI- Vizepräsident Reinhard Burger sagte am Mittwoch, darauf sollte das Land vorbereitet sein. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hält den Impfstoff gegen Schweinegrippe, der inzwischen an mehreren hundert Menschen in Deutschland getestet wurde, auch für Schwangere geeignet. Sie gelten bei der Neuen Grippe als Risikogruppe. Ernsthafte Probleme seien bei den Tests bisher nicht aufgetreten, sagte PEI-Präsident Johannes Löwer. An Schwangeren wird der Impfstoff nicht getestet.

Seit Mitte Juni sind in Deutschland etwa 15 000 Fälle von Schweinegrippe nachgewiesen worden. Mitte August gingen die Erkrankungsraten erstmals zurück - auf rund 2000 Neuinfektionen pro Woche. In den Wochen zuvor waren die Fall-Zahlen auf mehr als 2800 Fälle angestiegen. Viele Patienten brachten sich die Neue Grippe aus dem Urlaub mit, häufig aus Spanien. Besonders viele Fälle gab es in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

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