30er-Jahre
Design auf Expansionskurs

Tiffany, Art Déco und die französischen Möbel ab den 30er- Jahren sind immer noch der Renner.

HB NEW YORK. Der Trubel um die Art Basel Miami Beach hinterläßt längst auch im New Yorker Auktionskalender seine Spuren. So hatte dieses Jahr parallel zur großen Kunstmesse im Convention Center eine neue Design-Messe in Miami Premiere, die design.05. Der Andrang war enorm, einschlägige Sammler und Händler aus aller Welt kamen eingeflogen. Da schien es nur allzu logisch, auch die New Yorker Designauktionen gebündelt vorzuverlegen und direkt im Anschluß abzuhalten. Wer also nach dem Kauf- und Partyrausch von Miami Beach noch stehen konnte, fand sich in der vergangenen Woche bei Christie’s, Phillips oder Sotheby’s zur „Design-Week, Teil 2“ ein.

Von Ermüdungserscheinungen konnte dabei freilich keine Rede sein. Setzten die drei Auktionshäuser im Dezember 2004 noch insgesamt 25 Mill. Dollar um, belief sich der Wert in diesem Jahr bereits auf 35 Mill. Dollar. Der Markt befindet sich auf Expansionskurs. Vom gestylten Außenbordmotor bis zum Designer-Waschbecken scheint alles unter den Hammer zu kommen, was nicht niet- und nagelfest ist.

Mit einem Gesamtumsatz von über 19 Mill. Dollar reklamierte dabei Christie’s den Löwenanteil für sich. Kein Wunder, lag das fokussierte Angebot doch voll im Trend: Tiffany, Art Déco und immer wieder französisches Design der vierziger und fünfziger Jahre, diesmal mit Schwerpunkten auf den exzentrisch-barocken Entwürfen von Serge Roche und Line Vautrin. Zahlreiche der unverwechselbaren Spiegel der 1997 gestorbenen Designerin kamen im Rockefeller Center unter den Hammer, den Spitzenpreis erzielte jedoch ein Lüster aus dem Jahre 1958, der gleich auf das Dreifache der Taxe schoß und schließlich 192 000 Dollar einspielte. Für exakt den gleichen Preis wurde dann auch ein monumentaler verspiegelter Esstisch von Roche zugeschlagen.

Auch die Keramik von Jean Besnard und von Gio Ponti hatte ihren Auftritt, wobei in puncto Nachfrage freilich nichts an die Entwürfe Alberto Giacomettis heranreicht. Ein prächtiges, modelliertes Blumengefäß des Künstlers von 1936 etwa und aus dem Nachlass des Fotografen Horst P. Horst erbrachte 228 000 Dollar und eine für Giacometti reichlich ungewöhnliche „chinesische“ Vase immerhin noch 192 000 Dollar.

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