Alte Kunst
Konkurrenz durch US-Sammler

Amerikaner interessieren sich bei Ketterer in München für den Affenmaler Max von Gabriel. Top-Los der Auktionen für Alte Kunst wird Goyas berühmte Erstausgabe der Graphikfolge „Los Caprichos“. Die bislang unbekannte, Carl Blechen zugeschriebene Zeichnung versiebenfacht ihren Schätzpreis.
  • 0

MünchenKetterers Auktionen mit Alten Meistern und Kunst des 19. Jahrhunderts kommen in Fahrt. Bereits im Frühjahr belief sich das Gesamtergebnis dieser Sparte auf 1,3 Millionen Euro inklusive Aufgeld. Diesmal setzte das Auktionshaus 1,15 Millionen Euro um. Erwartungsgemäß brachte die Erstausgabe der 80-teiligen Graphik-Folge „Los Caprichos“ von Francisco de Goya (1799) den höchsten Erlös. Ein norddeutscher Sammler setzte sich mit 195.000 Euro (inkl. Aufgeld) gegen mehrere Konkurrenten am Telefon durch. Die sechste, erst 1895 aufgelegte Ausgabe ging für 25.000 Euro in die USA.

Eine enorme Steigerung erlebte eine bislang unbekannte Bleistiftzeichnung von Carl Blechen. Die Ansicht der römischen Bäder in Potsdam Sanssouci war auf 2.500 Euro geschätzt. Deutscher Handel musste mit Aufgeld fast 17.000 Euro investieren. Bei Zeichnungen und alter Druckgraphik sieht Robert Ketterer Potenzial: „Hier ist das Angebot auch international eher knapp“.

Affenbild vervierfacht seine Taxe

Ein früher Abzug des Kupferstichs „Der heilige Antonius vor der Stadt“ von Dürer ging für 16.000 Euro in US-Handel, zum Doppelten der Taxe. Ein englischer Händler überbot seine Kollegen aus den USA und der Schweiz mit 17.500 Euro für ein Blatt aus Piranesis Graphikfolge „Invenzioni Capric di Carceri“. Die Nummer IV, entstanden 1749, war auf 5.000 Euro taxiert.

Für die auch international begehrten Werke stiegen die Preise. Polnische Sammler kannten kein Halten mehr, als Josef von Brandts temporeiches Pferdegemälde „Durchgegangen“ aufgerufen wurde. Die 1908 gemalte Szene war auf 20.000 Euro geschätzt. Erst bei 88.000 Euro konnte die Arbeit des polnischen Malers den Besitzer wechseln. Das kleine, reizvolle Affenbild von Gabriel von Max vervierfachte seine Taxe und wanderte für 40.000 Euro in die USA.

Seite 1:

Konkurrenz durch US-Sammler

Seite 2:

Scharf auf Malerei des 19. Jahrhunderts

Kommentare zu " Alte Kunst: Konkurrenz durch US-Sammler"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%