Alte Meister
Im Schatten alter Bäume

Romantische Landschaftsmalerei steht im Mittelpunkt der Herbstofferte im Kölner Auktionshaus Van Ham. Neben Werken einschlägiger deutscher Malerschulen ragen einzelne niederländische und skandinavische Werke aus dem Angebot heraus.
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KölnVan Ham wartet in diesem Herbst wieder einmal mit einer stark gewichteten Offerte an Malerei des 19. Jahrhunderts auf. Dabei spekuliert das an der oberen Latte der Schätzpreise angesiedelte Spätwerk des russischen Impressionisten Konstantin Alekseewich Korowin vermutlich eher auf eine kaufkräftige russische Käuferklientel. 80.000 bis 100.000 Euro sind für das kontrastreiche, in einigen Details recht großzügig gepinselte Damenbildnis jetzt angesetzt, deutlich weniger als die noch im Katalog ausgewiesenen 100.000 bis 150.000 Euro

Mit internationalem Interesse darf das Kölner Auktionshaus auch im Falle des dänischen Landschaftsmalers Peder Monsted rechnen. Insbesondere britische und amerikanische Sammler sind für die anziehenden Preise der letzten Jahre verantwortlich, was wiederum vermehrte Einlieferungen auf den Plan ruft. Nach den reizvollen kleinformatigen Ölstudien vom Frühjahr 2013 appellieren nun drei mit Liebe zum Detail gemalte Wasserlandschaften an die Liebhaber skandinavischer Malerei, darunter ein frisches Küstenpanorama aus dem Alterswerk, für das recht ehrgeizige 40.000 bis 50.000 Euro erwartet werden.

Überhaupt hat Van Ham das Feld in Sachen romantischer Landschaftsmalerei gut bestellt. Vor allem in den günstigeren Preislagen sind hier Entdeckungen zu machen, wenn die Erhaltung stimmt: etwa eine von verstreuten Felsbrocken und großen alten Bäumen akzentuierte „Landschaft mit Ziegenhirten“ von Johann Wilhelm Schirmer, die möglicherweise in den 1830er-Jahren entstand und bis 9.000 Euro kosten soll.

Bestürzende Raubkunstgeschichte

Die bereits im Mai für 2.000 bis 3.000 Euro angebotene Ölstudie einer skandinavischen Landschaft von Andreas Achenbach wurde zwischenzeitlich dem heute in Montreal angesiedelten Nachlass des jüdischen Kunsthändlers Max Sterns restituiert. Die Geschichte hat bestürzende Dimensionen. Denn nur sechs von den 1937 unter Zwang veräußerten 228 Werken aus dem Besitz des ehemals in Düsseldorf ansässigen Händlers wurden zurückgegeben, darunter nun erstmals eines direkt vom Kunsthandel. Mit Einverständnis der Erben des Kunsthändlers Jacques Goudstikker kommt dafür aber das erst jüngst restituierte, Allaet van Everdingen zugeschriebene Gemälde „Gebirgslandschaft mit Wasserfall“ nebst zwei weiteren Werken aus der Goudstikker-Sammlung zum Aufruf (Taxe 4.000 bis 6.000 Euro).

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