Art Basel Miami Beach
Etablierte Kunst statt Glitzer(ware)

Die 10. Messe „Art Basel Miami Beach“ setzt auf bewährte Namen und gediegene Präsentation. Händler hoffen vor allem auf die unverminderte Kaufkraft der Venezolaner und Brasilianer.
  • 0

Miami BeachZur zehnten Ausgabe lässt es die „Art Basel Miami Beach“, die wichtigste Messe Amerikas für zeitgenössische Kunst, richtig krachen. Viele Händler brachten außergewöhnlich gute Themenausstellungen zusammen. L&M Arts (New York) etwa zelebriert ausschließlich Andy Warhols Papierarbeiten aus 40 Jahren (25.000 bis 400.000 Dollar). Rund 160 Werke sind effektvoll und sehr dekorativ auf Warhols grellbunte Tapeten „Cow“ und „Self-Portrait“ genagelt.

Sadasama Motonaga, gerade verstorbener Mitbegründer der bahnbrechenden japanischen Gutai-Gruppe (1954-1972), widmet McCaffrey Fine Art (New York) mit 14 Großformaten (bis 400 000 Dollar) eine längst überfällige Miniretrospektive.

Moeller Fine Art (New York/Berlin) erinnert dagegen an den wichtigen New Yorker Galeristen Howard Wise, der in den 1960er-Jahren der kinetischen Kunst einen Marktplatz verschaffte. Er repräsentierte auch die derzeit so gefragten Zero-Künstler Mack und Piene.

Eigen + Art (Berlin/Leipzig) meldet sich nach einjähriger Auszeit mit einer ehrgeizigen Skulpturenausstellung zurück. Einige Werke, unter anderem von Carsten und Olaf Nicolai und Neo Rauch, wurden bereits in den ersten Messestunden an neue Kunden abgesetzt.

Neu dabei ist die Berliner Galerie Berinson. Sie verstärkt das solide Segment der Klassischen Moderne. Hans Bellmers sehr großes handkoloriertes Foto von Puppengliedern, „Nous la suivons à pas lents“ (1937, Abzug vor 1963 für 650.000 Dollar), dominiert hier den Querschnitt.

Wie immer mietete Landau Fine Art (Montreal) einen großen Stand am Eingang. Hier beeindrucken vier frühe Gemälde des Schweizer Architekten Le Corbusier. Landau bietet sie marktfrisch aus der Sammlung der Schweizer Galeristin und Corbusier-Mäzenin Heidi Weber an. Das schöne Stillleben "Gläser und Flaschen" von 1928 soll stolze fünf Millionen Dollar kosten. Deutlich wird beim Flanieren, dass „Art Basel Miami Beach“ sich immer mehr zur Hommage an Südamerika entwickelt.

Seite 1:

Etablierte Kunst statt Glitzer(ware)

Seite 2:

Viele Galerien aus Argentinien, Brasilien und Uruguay

Kommentare zu " Art Basel Miami Beach: Etablierte Kunst statt Glitzer(ware)"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%