Artbo in Bogotá
Speerspitze unter den lateinamerikanischen Kunstmessen

Internationale Sammler zieht es mehr und mehr nach Kolumbien. Dort hat sich die „Artbo“ zur führenden Messe für moderne und zeitgenössische Kunst entwickelt. Auch europäische und nordamerikanische Galeristen sehen in Bogotá ihre Chancen.

BogotáDass sich in Kolumbien eine der anregendsten Kunstszenen entwickelt hat, ist spätestens seit dem Gastauftritt des südamerikanischen Shooting Stars im Frühjahr auf „Arcomadrid“ kein Geheimnis mehr. So fanden sich zur 11. Ausgabe der Kunstmesse des Landes, „Feria Internacional de Arte de Bogotá (Artbo)“ vom 1. bis 4. Oktober 2015 besonders viele internationale Gäste ein, die zum ersten Mal selbst den Umfang der aktuellen Positionen auskundschaften wollten. Ganze Trecks von Messe-VIPs drängelten sich durch das stetig gewachsende Angebot von Galerien und privater Kunsträume.

Sammlertradition in Kolumbien

Das Sammeln hat in Kolumbien lange Tradition. „Diese Messe ist am nachhaltigsten“, zog der New Yorker Galerist Johannes Vogt, der zum dritten Mal herkam, den Vergleich mit anderen südamerikanischen Foren. „Hier gibt es mehr Sammler als in Mexiko, sie sind sehr gebildet und vertrauen ihrem eigenen Auge.“

Auch Künstler ohne Galerie vertreten

In einer Stadt, in der aktuelle Kunst in öffentlichen Institutionen nicht gut repräsentiert ist, hat Artbo einen besonderen Platz. Vor allem seitdem die international gut vernetzte Direktorin Maria Paz Gaviria (32), Tochter des ehemaligen Präsidenten César Gaviria, vor vier Jahren das Ruder übernahm, geht es steil aufwärts. Sie verlegte auch die diesjährige Ausgabe, um nicht mit Fiac zu kollidieren, vom Ende des Monats auf das erste Oktoberwochenende. Die internationale Messekarawane nahm das Angebot nur zu gerne an. Messe-Eigentümerin, die öffentlich-privat finanzierte Cámara de Comercio de Bogotá, ist auch Merhrheitseignerin des Veranstaltungsortes, des verkehrsumtosten Kongresszentrums „Corferias Bogotá“.

Zum ersten Mal füllten 84 Aussteller die gesamte Grundfläche der großen Halle (2014: 66). Der Rundgang über die Messe machte gute Laune. Verschiedene Sektoren sorgten für Abwechlsung, bemerkenswert waren „Libro de Artista“ (Künstlerbücher) und „Artecámara“, wo 34 junge kolumbianische Künstler ohne Galerievertretung ihre von der benachbarten kommerziellen Ware doch sehr abweichenden, meist sperrigen Ideen vortrugen. „Dieser Sektor übernimmt viele Funktionen einer Biennale“, sagte Paz Gaviria stolz; so manche Karriere nahm hier ihren Ausgang.

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