Arte Fiera
Italienische Kunstmesse scheut Innovationen

Die Arte Fiera hatte ihre große Krise im Jahr 2012 zwar überwunden. Doch Teilnehmerliste und Konzept für die bevorstehende Ausgabe 2015 deuten nicht darauf hin, dass sich Italiens älteste Messe für moderne und zeitgenössische Kunst erneuert.
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BolognaEinst war die „Arte Fiera“ in Bologna ein Glanzlicht. Doch die „alte Dame“, wie die vor 39 Jahren aus der der Taufe gehobene Verkaufsschau in Bologna genannt wird, wird seit einigen Jahren von der Turiner Kunstmesse „Artissima“ in den Schatten gestellt. Während Turin im Herbst 2014 sogar erstmals mit Performance -Kunst aufwartete, gebärdet sich die Arte Fiera auch 2015 eher traditionsbewusst und wenig zukunftsweisend. Auch zur diesjährigen Ausgabe, die vom 23. bis 26. Januar 2015 stattfindet, bleibt sie bei altbewährtem Muster. Die beiden einzigen Neuerungen der letzten Ausgabe, Fotokunst und Kunst des Ostens, werden übernommen.

Ansonsten präsentieren sich die Aussteller wie gehabt verteilt auf den Bereich der modernen und zeitgenössischen Kunst, die Förderkojen der Nachwuchsgalerien und die Abteilung Soloschau. Die Zahl der Teilnehmer ist immerhin wieder auf 185 gewachsen. Im Flautejahr 2013 waren es nur 126. Doch internationale Aussteller machen sich weiterhin rar. Selbst Dorothea van der Koelen (Mainz), die zu den beständigsten der deutschen Arte Fiera-Teilnehmer zählte, hat dieses Jahr abgesagt. Immerhin halten jedoch Voss (Düsseldorf) und Hollenbach (Stuttgart) Bologna die Treue. Zu ihnen stößt Volker Diehl aus Berlin.

Wenig Nachwuchsgalerien

Wie eine Messe in der Messe ist der Bereich der Fotokunst integriert. Die Mailänder Fotomesse, Milan Image Arte ( MIA), schickt unter der Regie ihres Direktors Fabio Castelli 24 Teilnehmer nach Bologna, die das Aufgebot der Arte Fiera auch international aufpäppeln. Vier kommen aus dem Ausland, die Galerie Little Bird reist aus Paris an; Photographica Fine Art und die Must Gallery kommen aus Lugano und aus Istanbul C.A.M.

Der dem Osten gewidmete Bereich ist mit zwölf internationalen Galerien mäßig bestückt, allein vier kommen aus Bratislava. Zahlenmäßig noch schwächer präsentiert sich die Sektion der Nachwuchsgalerien, in der nur neun Aussteller anzutreffen sind. Sie kommen allesamt aus dem Inland. Die Internationalität des Aufgebots hängt zweifelsfrei nicht vom Standort der Galerien, sondern vom Herkunftsland der Künstler ab. Doch scheint die Auswahl zu stark von italienischen Teilnehmern dominiert. Dies verstärkt den Eindruck, in Bologna werde ein Heimspiel ausgetragen, der Erweiterung des Horizonts gen Osten zum Trotz.

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