Asiatika
Hongkong-Chinesen ringen um einen Schrank

Ein prunkvoller Kabinettschrank aus der Ming-Dynastie animierte zwei Hongkong-Chinesen zu einem aufregenden Bietduell. Schauplatz war Nagel Auktionen in Stuttgart. Der Hammer fiel bei 1,5 Millionen Euro. Mit Aufgeld kostet das Möbelstück 2,1 Millionen Euro. Noch nie wurde auf einer deutschen Auktion ein Asiatika-Objekt so teuer verkauft.
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MünchenZeitgenössische Malerei aus der westlichen Welt und Kunstgegenstände aus dem Fernen Osten scheinen in diesen Tagen die Kauflust finanzstarker Sammler zu entfesseln. Erst bei 1,5 Millionen Euro fiel am 10. Mai im Auktionshaus Nagel in Stuttgart der Hammer für einen prunkvollen Schrank aus der Ming-Dynastie. Damit kostet das Möbel aus dem frühen 17. Jahrhundert mit Aufgeld 2,1 Millionen Euro und ist zugleich das teuerste je auf einer deutschen Auktion veräußerte Asiatika-Objekt.

Zitanholzmöbel für den Kaiser

Bereits im letzten Jahr hatte Nagel mit einem chinesischen Möbel der Qianlong-Periode (18. Jahrhundert) die Millionengrenze durchbrochen. Der kaiserliche Tisch aus Zitanholz kostete 2011 mit Aufgeld 1,3 Millionen Euro. Zitanholz gilt als Material, das nur dem Kaiserhaus vorbehalten war. Auch der gestern versteigerte Schrank mit geschnitztem Rankenwerk auf der Front wurde aus Zitan gefertigt. Er war vor mehr als 60 Jahren von einem deutschen Diplomaten in China erworben worden. Das Stuttgarter Bietgefecht um die auf 60.000 bis 100.000 Euro geschätzte Antiquität trugen zwei Chinesen aus Hongkong aus.

Ein weiteres Millionen-Objekt ging an einen europäischen Sammler. Auf 1,2 Millionen Euro inklusive Aufgeld stieg der Preis für ein Paar puristische Schränke aus Huanghuali-Holz  aus der späteren Ming-Dynastie (Taxe: 200.000/300.000 Euro). Es stammte aus der Sammlung des 1935 verstorbenen  Tibet-Forschers Albert Tafel. Insgesamt versteigert Nagel an diesem Freitag etwa 1.600 Lose asiatischer Kunst zum Gesamtschätzpreis von 9,7 Millionen Euro.

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