Buch
Hollywood intim

Joe Eszterhas, der Erfinder von „Basic Instinct“, rechnet in seiner Autobiografie mit Celebrities und Prominenten ab.

Hollywood, wie Joe Eszterhas es sieht: Sharon Stone habe einen „teigigen Körper, womöglich dank zu viel Erdnussbutter und Weißbrot“. Sylvester Stallone halte sich für einen begnadeten Autor. Intellektuellen-Star Dustin Hoffman wetteifere mit Studiobossen um die Aufmerksamkeit junger Starlets. Ein prominenter Regisseur habe in Handschellen und mit einer stattlichen Erektion aus misslicher Lage befreit werden müssen. Der spätere Disney-Chef Michael Eisner entscheide Casting-Fragen mit den Worten: „Mit welcher würdet ihr lieber ins Bett gehen?“ Der Agent von Superstars wie Robert Redford, Tom Cruise und Robert de Niro drohe Widerspenstigen, ihnen „das Gehirn wegzublasen“. Ein Produzent versende Glückwunschtelegramme in Form nackter Damen im Pelz.

Eine krassere Abrechnung mit dem amerikanischen Filmzirkus ist kaum denkbar. Geschrieben hat sie Joe Eszterhas, selbst ein „Hollywood Animal“ – so heißt sein Buch, das heute auf Deutsch erscheint. 25 Jahre Insiderwissen bringt Eszterhas mit, der in diesem Jahr 60 wird. 15 seiner Drehbücher wurden verfilmt – Riesenhits wie „Flashdance“ und „Basic Instinct“, politische Filme wie „Musicbox“, Satiren wie „Burn, Hollywood, Burn“ und grandiose Flops wie „Showgirls“.

Eszterhas ist Lebemann, Rabauke und Enfant terrible der Entertainment-Industrie. Ein Journalist nannte ihn den „Shakespeare des Jerry- Springer-Zeitalters“. Als Sohn ungarischer Immigranten wuchs er in Nachkriegsflüchtlingslagern und den Armenvierteln Clevelands heran. Seither hat er keine Angst vor Leuten, „die bei Steven Seagal Karateunterricht nehmen“. Schon bei seinem ersten Drehbuch droht er Sylvester Stallone Prügel an, als der sein Skript ändern will. Mit Sharon Stone kiffte der umtriebige Autor, mit Tom Berenger legte er reihenweise Frauen flach.

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