Premium Buch über Nazi-Raubkunst Die Opfer spielen nur eine Nebenrolle

Jan Schleuseners Buch „Raub von Kulturgut“ erzählt von der Komplizenschaft der Museumsdirektoren bei der größten Raubaktion der Nazis in Deutschland. Eine faktenreiche Abhandlung – jedoch ohne Empathie für die Beraubten.
Ein Nazi-Helfer als Generaldirektor der Münchener Staatsgemäldesammlungen. Quelle: Bayerische Staatsgemäldesammlung
Ernst Buchner (l.)

Ein Nazi-Helfer als Generaldirektor der Münchener Staatsgemäldesammlungen.

(Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlung)

MünchenErst vor knapp zehn Jahren deutete sich an, dass der Münchener Nazi-Kunstraubzug bei jüdischen Sammlern und prominenten Familien im November und Dezember 1938 die größte systematische Beschlagnahme von Kunst aus jüdischem Besitz in Deutschland war. Der Fund von einem Stapel Akten mit der Aufschrift „Aus Judenbesitz“ in einem ausrangierten Schreibtisch des Münchener Stadtmuseums war wie eine unerwartete Offenbarung. Die Listen enthielten nicht nur die Gemälde, Teppiche und Erstausgaben, die die Geheime Staatspolizei ohne rechtliche Handhabe und Quittung aus den Wohnungen des Bankiers Martin Aufhäuser, des Kaufhausbesitzer Uhlfelder oder des hochbetagten Ehepaares Pringsheim, der Schwiegereltern von Thomas Mann, entwendeten.

 

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