Bundeskunsthalle Bonn
Hoffnung auf einen Neuanfang

Die Bundeskunsthalle holt sich mit Rein Wolfs einen erfahrenen Ausstellungsmacher an die Spitze. Sein Spezialgebiet ist die zeitgenössische Kunst. Der Niederländer hat sich jedoch auch mit Rubens- und Design-Ausstellungen einen Namen gemacht.
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BonnDie Bundeskunsthalle erhält einen neuen Intendanten. Den Chefposten übernimmt Rein Wolfs am 1. März, ein halbes Jahr nach dem Ausscheiden des glücklosen Vorgängers Robert Fleck.

Der gebürtige Niederländer Wolfs, Jahrgang 1960, gilt als gut vernetzter Ausstellungsmacher, insbesondere auf dem Gebiet der zeitgenössischen Kunst. „Rein Wolfs ist eine Persönlichkeit, die internationale Beziehungen mitbringt und sich zugleich im deutschen Ausstellungsbetrieb profiliert hat – mit guten Kontakten zu Künstlern und zugleich verankert in Theorie und Praxis des Kuratierens“, fasste Kulturstaatsminister Bernd Neumann die Verdienste des 52-Jährigen zusammen.

Wolfs, der 2003 den niederländischen Pavillon der Biennale von Venedig bespielte, wirkt zurzeit noch als Leiter der Kunsthalle Friedericianum in Kassel. Dort veranstaltete er viel beachtete Einzelausstellungen renommierter zeitgenössischer Künstler, arbeitete aber auch mit jungen Künstlern zusammen. Sein Vertrag war erst 2010 bis 2016 verlängert worden. Während seiner Zeit als Direktor des Museum Boijmans van Beuningen in Rotterdam von 2002 bis 2008 profilierte er sich auch mit Ausstellungen zu Peter Paul Rubens und dem Stilllebenmaler Willem Kalf.

Teuerste Einrichtung des Bundes

Mit einem Etat von rund 16 Millionen Euro ist die Bundeskunsthalle die teuerste Einrichtung des Bundes. Dass sie das bleibt, unterstrich Kulturstaatsminister Neumann mit einem klaren „Bekenntnis des Bundes zur ehemaligen Hauptstadt Bonn“. Außerdem sprach Neumann im Zusammenhang mit dem vorzeitigen Abgang Flecks von der „Möglichkeit zu einem Neuanfang, den wir mit Rein Wolfs vollzogen haben“.

Der inzwischen an der Kunstakademie in Düsseldorf lehrende Vorgänger Fleck war zuletzt mit einer Anselm Kiefer-Ausstellung in die Kritik geraten, weil er sie aus einer einzigen Privatsammlung gespeist hatte. Schon länger war die Bundeskunsthalle vornehmlich als Veranstalter kulturhistorischer Großausstellungen wahrgenommen worden. Die Neubesetzung mit Wolfs nährt nun die Hoffnung, dass das Aushängeschild der Bundesrepublik ebenso viel Ambition in Ausstellungen zur Gegenwartskunst investiert.

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