Cologne Fine Art
Eine Antiquitätenmesse im Wandel

Die Cologne Fine Art stärkt ihr Angebot in den Bereichen Moderne und Gegenwartskunst und schwächt die Alte Kunst. Die erst 2011 mit viel Ehrgeiz ins Leben gerufene Papiersektion ist verschwunden.
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KölnIn den romanisch geprägten Nachbarländern Frankreich und den Beneluxstaaten wird die Liebe zu einem Leben mit Alter Kunst und Antiqutitäten gepflegt und von Generation zu Generation weitergegeben. Das spiegeln nicht zuletzt Angebot und Publikumszuspruch der einschlägigen Messen. Mehr als 55.000 Besucher zählte allein die letzte „Brafa“ in Brüssel Anfang des Jahres, über 74.000 die „Tefaf“ in Maastricht.

Über 14.000 Besucher bilanziert die in den letzten Jahren mit viel Engagement neu ausgerichtete „Cologne Fine Art“ für 2013, außerdem verkündet sie mit rund 100 Ausstellern ein „starkes“ Teilnehmerfeld für die bevorstehende Ausgabe vom 19. bis 23. November 2014. Zwar hat sie zahlreiche interessante Neuaussteller, insbesondere und bezeichnenderweise im Bereich der modernen und zeitgenössischen Kunst hinzugewonnen, unter dem Strich jedoch wichtige Händler für die Alte Kunst verloren und die eigene Sektion mit Papierarbeiten gestrichen.

Elastische Teilnahmebedingungen

Unter den Neuzugängen geben sich die Galerie Karsten Greve (Köln, St. Moritz, Paris) und Dorothea van der Koelen (Main, Venedig) die Ehre. Einige Neuaussteller verdanken sich auch den sehr günstigen Standmieten für die „Young Dealers“. Davon profitieren etwa Schlechtriem & Dittrich, Berlin, und die beiden Düsseldorfer Galerien Cosar HMT und Van Horn; alle im Kerngeschäft auf zeitgenössische Kunst konzentriert. Eine tolerante Auslegung der Teilnahmebedingungen kommt ihnen entgegen. Zugelassen sind Werke, die nicht später als im Jahr 2000 entstanden. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel, und dazu gehört auch dann etwa auch jüngste Kunst, wenn sie im Gewand des Designs daherkommt.

Zwischen Möbel und Skulptur

So kann Daniela Steinfeld, Inhaberin von Van Horn, auch die Keramikobjekte von Markus Karstieß mitbringen oder die zwischen Möbel und Skulptur hin- und herschwankenden Werke von Jochen Weber, der an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Rita McBride studiert hat. Auch Mark Menders poppige Modefotografien aus den 1960er-Jahren finden in Köln eine Plattform.

Cosar nimmt mit seinen „klassischen“ Positionen teil, den abstrakten Rotationsbildern von Rotar (zu Preisen zwischen 15.000 und 20.000 Euro) und überwiegend kleineren Atemobjekten von Günther Weseler für bis zu 9.000 Euro. Weseler wurde Anfang der 1970er-Jahre mit diesen skurrilen, scheinbar lebendigen Skulpturen bekannt, verschwand danach aber erst einmal in der Versenkung. Unter den neuen Ausstellern finden sich auch die 2010 in Bonn an den Start gegangenen, inzwischen in Remagen ansässigen Werkhallen Obermann Burkhard.

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Ausgedünntes Altmeisterangebot

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