Contemporary Istanbul
Pop und Street Art aus der Türkei

Nicht nur die türkische Gesellschaft, auch die Kunstszene hat sich in den letzten 15 Jahren gewandelt. Das macht die dort älteste Messe für zeitgenössische Kunst, die Contemporary Istanbul, für Sammler so spannend.
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IstanbulDie Türkei hat in den letzten 15 Jahren ökonomisch enorm zugelegt, das hat etlichen Unternehmern Wohlstand, einigen sogar Reichtum gebracht. Die ganze Gesellschaft verändert sich ständig. Religion und Freiheit, Sexualität und weibliche Selbstbestimmung, das sind derzeit die Themen der zeitgenössischen Kunst. „Die Kunst ist ein Journal“, sagt der Galerist Kerimcan Güleryüz aus Istanbul. „Sie hält die Loslösung vom ideologischen Überbau fest und zeigt die Spur der Transformation am deutlichsten“.

Genau das macht die älteste Messe für zeitgenössische Kunst in der Türkei, die Contemporary Istanbul (CI bis 27.11.), für Sammler so spannend. Zum sechsten Mal bringt sie 90 Galerien aus 20 Ländern zusammen. In zwei Hallen im innerstädtischen Kongresszentrum können sich 3000 Kunstwerke von 530 Künstlern großzügig ausbreiten. „Das Publikum ist kaufkräftig, neugierig und offen für Unbekanntes“, lobt Boris Brockstedt die Zielgruppe. Der Galerist aus Berlin stellt schon zum dritten Mal auf der CI aus.

Auffällig ist die Dominanz der Figuration in der Malerei. Güleryüz‘ einleuchtende Erklärung: „Die Figuration steht für die Moderne. Sie ist das, was die Konservativen nicht mögen. Die lieben Ornamentik.“ Güleryüz stellt u.a. seinen 73-jährigen Vater Mehmed aus, der mit Augenzwinkern und großer malerischer Freiheit einen Blick auf Pärchen, Pokerspieler und Passanten wirft (25.000 bis 175.000 Euro).

Großartig ist, wie Azade Köker riesige Bilder auf mehreren Bedeutungsebenen collagiert: Der Laubwald, in dem sich eine Nymphe von Lucas Cranach versteckt, besteht bei genauem Hinsehen aus Totenköpfen. Moiz Zilberman (Istanbul) erwartet dafür 70.000 Euro. 

Um die nur noch unscharf zu greifende Erinnerung um und auf einem Perserteppich geht es Samira Alikhanzadeh (22.000 Euro), die von der Teheraner Assar Art Gallery vertreten wird. Eine große Vorliebe Mensch und Natur in Ornamentfeldern einzufangen hat Selma Gürbüz. Ihre großen Tusche-Gemälde auf handgeschöpftem Papier sind bei Rose Issa Projects aus London für 70.000 Euro plus Mwst. zu haben.

Nicht gefällige Orientfolklore, auch sie ist auf der CI vertreten, bietet The Empty Quarter aus Dubai, sondern Fotokunst aus der arabischen Welt. Der Stand widmet sich der Visualisierung von bewaffneten Konflikten u.a. im Kongo jenseits des journalistischen oder dokumentarischen Blicks. Richard Mosses eindringliche Fotos mit den veränderten Farben der Militärs kosten in einer Zweierauflage 25.000 US-Dollar (+Mwst). Um Menschen mit Gewehren und Handgranaten geht es auch in einer Arbeit von Carlos Aires, die Mario Mauroner aus Salzburg ausstellt. Rebellen, Kämpfer und Gefangene sind hier aus Vinylplatten als Schattenriss ausgeschnitten – das verschiebt das düstere Thema in die Pop und in die Street Art (20.000 Euro).

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  • Würde dort evtl. auch hinpassen, diese zeitgenösische Design Foto Lampe die ich auf http://www.kukoni.de gesehen habe.

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