David Bowie ist tot
Abschied vom Thin White Duke

Die Musik-Ikone David Bowie ist tot. Kurz nach seinem 69. Geburtstag verstarb der Brite an einem Krebsleiden. Die Welt trauert um einen Ausnahmekünstler, der die Popmusik verändert hat.

LondonDie Showfassade stimmte – bis zuletzt. Am vergangenen Freitag – pünktlich zu seinem 69. Geburtstag – hatte die Musik-Ikone David Bowie noch ihr neues Album „Blackstar“ vorgelegt. Eine der schönsten Stücke darauf trägt den Titel „Lazarus" und scheint vage autobiographisch geprägt zu sein. Doch der Name trog, leider. Anders als der biblische Held gelang es dem britischen Star, der jahrzehntelang Musikstile ebenso häufig wechselte wie seine bisweilen schrillen Kleidungsstücke, nicht, dem Tod per Auferweckung ein Schnippchen zu schlagen. Der im Londoner Stadtteil Brixton geborene Musiker ist tot, wie sein Sprecher bestätigte. Er erlag am Sonntag einem Krebsleiden. „David Bowie ist heute friedlich gestorben, umgeben von seiner Familie nach einem tapferen 18 Monate langen Kampf mit dem Krebs“, hieß es in einer offiziellen Mitteilung.

Schon 2014 hatte der Brite die Diagnose erhalten, doch bis zuletzt die Öffentlichkeit erfolgreich über seine Erkrankung hinweggetäuscht. Es war die letzte große Charade eines Mannes, der die Moden der Rockmusik nicht nur mitgemacht, sondern mitbestimmt hatte. „Ich bin sehr traurig, es ist wahr. Ich werde für einige Zeit offline sein.“, notierte David Bowies 44-jähriger Sohn Duncan Jones auf Twitter. Duncan veröffentlichte ein Foto, das ihn als kleinen Jungen auf den Schultern seines Vaters zeigt. Innerhalb kurzer Zeit wurde es zehntausendfach in Sozialen Netzwerken verbreitet. Der Sänger war mit dem Model Iman Abdulmajid verheiratet. Sohn Duncan ist der Sohn von Bowies Ex-Frau Angela Bowie.

Es ist überraschender Abschied vom Thin White Duke, der viele Prominente und Künstler aufwühlt. Bowies langjähriger Freund Iggy Pop, der gemeinsam mit Bowie in den 70er Jahren in Berlin gewohnt hatte, schrieb auf Twitter: „Davids Freundschaft war das Licht meines Lebens.“ Vor dem Haus legten Fans am Montag Blumen ab. Bowie hatte in Berlin eine seiner kreativsten Phasen. Auch der britische Premierminister David Cameron würdigte die Musik-Ikone und bezeichnete Bowie als „Pop-Genie“. „Ich habe beim Aufwachsen das Popgenie David Bowie gehört und gesehen“ schrieb der britische Premier. „Er war ein Meister der Neuerfindung, der es immer wieder richtig getroffen hat. Ein riesiger Verlust.“ Der Kulturexperte der BBC, Will Gompertz, nannte Bowie den „Picasso des Pop“. Der Produzent Tony Visconti, der Bowies Karriere über viele Jahre begleitete, schrieb auf Facebook, Bowie habe immer das getan, was er tun wollte. „Sein Tod ist nicht anders als sein Leben – ein Kunstwerk.“ Auch viele andere Musiker zollten Bowie Tribut, darunter Kanye West, Massive Attack und Madonna.

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