Documenta-Chef Buergel
„Wie ein Rülpswettbewerb“

Documenta-Chef Roger Buergel hat scharf auf Kritik an seiner Ausstellung reagiert. „Wie ein Rülpswettbewerb“ erscheine ihm, was derzeit aus verschiedenen Lagern gegen die Kunstausstellung vorgebracht werde. Die Kritiker seien „ältere Männer, die nicht loslassen können“.

HB HANNOVER/KASSEL. Gegenüber der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ äußerte sich der der Kunstkritiker und Dozent: „Das sind ältere Männer, die nicht loslassen können. Sie glauben, es sei ihre Documenta.“ Der Document-Chef betonte, dass die Documenta 12 etwas besonderes und „marktfern“ sei: „Mit unserer Inszenierung setzen wir uns dezidiert von der korporatistischen Geschlecktheit im zeitgenössischen Ausstellungswesen ab.“

Buergel sagte, bei ihm gebe es auch eine „Lust an der Provokation“: „Die Ressentiments, die die Leute haben, müssen heraus. Danach haben sie wieder einen klareren Blick. In diesem Sinne ist documenta auch ein großer Hygieneakt.“ Das sei durchaus gewollt: „Meine Überzeugung ist es, dass Dinge nur dann bei den Leuten hängen bleiben, wenn sie sich mal richtig, bis in den Kern, empört haben.“

Buergels anfangs gelobte Documenta war bei vielen Fachleuten in die Kritik geraten. Der Galerist Rolf Ricke fand die Documenta „zum Heulen“, der Kunstprofessor Bazon Brock „völlig beliebig“. Auch Buergels Vorgänger von 1992, Jan Hoet, sagte, dass von der Documenta 12 „nicht viel übrigbleiben werde“. Die Documenta-Leitung hatte die Kritik zumeist zurückgewiesen oder erklärt, die angeblichen Missstände seien gewollt und Teil des Konzepts.

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