Ein Jahr Kulturgutschutzgesetz
Alles im Rahmen?

PremiumVor einem Jahr trat das neue Kulturschutzgesetz in Kraft. Der Kunsthandel beklagt eine Bürokratieflut – und hofft auf die Überprüfung der Regeln im kommenden Jahr. Die Politik spricht von einem selbst gemachten Problem.

MünchenAls vor drei Monaten bei Sotheby’s in London das prächtige silberne Girandolenpaar und ein Trinkspiel aus Hohenzollern-Besitz unter den Hammer kamen, erregten sich die Gemüter. Vielen war klar, dass die historisch einmaligen Stücke zu jenen besagten Tausenden von Kunstwerken gehören, die vor dem neuen Kulturschutzgesetz aus Angst vor Einschränkungen des freien Warenverkehrs für Kulturgüter ins Ausland gebracht wurden. Ausgerechnet der Kunsthandel Neuse aus Bremen erwarb für 970.000 britische Pfund (inkl. Aufgeld) das Leuchterpaar, das um 1730 für den Preußen-König Friedrich Wilhelm I. geschaffen wurde. Heikel. Aber er muss es nicht nach Deutschland bringen. Die Galerie, die auf historisch bedeutsame...

 
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