Festspiele in Bayreuth
Abschied mit Wehmut und Ungewissheit

Mit den 97. Richard-Wagner-Festspielen in Bayreuth geht eine Ära zu Ende. Am Freitag hebt sich der Vorhang im Festspielhaus auf dem Grünen Hügel zur letzten Premiere unter der Leitung von Wolfgang Wagner. Wer den Enkel des Musikdramatikers beerben wird, ist noch ungewiss.

ap BAYREUTH. Am Freitagnachmittag öffnet sich der Vorhang im Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth für eine Neuinszenierung von Richard Wagners Bühnenweihfestspiel "Parsifal", dem letzten Werk des Musikdramatikers. Für den fast 89-jährigen Wolfgang Wagner ist die Eröffnung der diesjährigen 97. Richard-Wagner-Festspiele die letzte unter seiner Leitung. Nach 57 Jahren gibt der vom Alter gebeugte weißhaarige Enkel des genialen Leipzigers sein einzigartiges Amt auf, wenngleich nicht leichten Herzens.

Denn es herrscht Ungewissheit über die Zukunft, nachdem es dem langjährigen Herrscher über die Wagner-Gralsburg in Oberfranken nicht gelungen war, seine erst 30-jährige Tochter Katharina aus der zweiten Ehe als alleinige Nachfolgerin in der Festspielleitung durchzusetzen. Die Entscheidung, wie es weiter geht in Bayreuth, wird erst nach der am 28. August zu Ende gehenden diesjährigen Aufführungsserie fallen.

Dem norwegischen "Parsifal"-Regisseur Stefan Herheim und dem italienischen Dirigenten Daniele Gatti wird also schon ein besonders spektakulärer Wurf gelingen müssen, wenn die Kunst in diesem ganz besonderen Jahr Vorrang vor der Nachfolgediskussion bekommen soll.

Die Aussichten dafür sind noch nicht einmal so schlecht: Der ausgebildete Musiker Herheim hat trotz seiner jungen Jahre einen ausgezeichneten Ruf als Opernregisseur und bereits in Riga eine von Kritik und Publikum gefeierte Inszenierung der ersten "Ring"-Oper "Das Rheingold" abgeliefert. Wie der 46-jährige Dirigent Gatti ist auch der 38-jährige Norweger mit einer aus Würzburg stammenden deutschen Mutter Debütant in Bayreuth.

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